Wolf im WaldUnd noch ein Wolf im Wald. In Deutschland bevorzugen sie übrigens halboffene Habitate. Geschlossene Wälder mögen sie nicht so, ebenso wenig wie völlig offene Wiesen.
Lesedauer: etwa 3 Minuten

Mutmaßlicher Wolfsangriff auf einen Menschen in Doberlug-Kirchhain


Doberlug-Kirchhain liegt am nördlichen Rand des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, etwa 60 km nördlich von Dresden oder 100 km südlich von Berlin. Hier gibt es Wölfe, schon seit etwa 20 Jahren.

Dort kam es am Mittwoch, 13.12.2023 zu einem Vorfall, den das Landesamt für Umwelt (LfU) Brandenburg als potenziellen Wolfsangriff einstuft. Laut Polizeiangaben war der der 47-jährige mit seinem Hund in einem Waldstück in der Nähe der Doppelstadt unterwegs. Dort begegnete den beiden ein Tier, das den Hund sofort angriff. Der Mann versuchte, den Kampf zu unterbinden und seinen Hund zu schützen, was mehr als verständlich ist. Dabei wurde er mehrfach gebissen und schwer verletzt. Trotzdem schaffte er es, zu seinem eigenen PKW zu gelangen und sicher hinter den Türen Familienangehörige zu informieren.
Das Opfer gelangte schließlich ins Krankenhaus Finsterwalde, wo er behandelt wurde.

 

Wolf im Schnee
Wolf im Schnee

 

Die DNA-Analyse liefert …

Da ein Angriff durch einen Wolf nicht ausgeschlossen werden konnte, nahmen mehrere Ärzte an den Bisswunden Abstriche für genetische Untersuchungen. Natürlich haben sie auch die Verletzungen dokumentiert und behandelt. Laut Meldung der Lausitzer Rundschau lag der Mann 47-jährige sogar zwischenzeitlich auf der Intensivstation.

Während der Befragungen hatte das Opfer des Angriffes immer wieder von einem fremden Hund, nie von einem Wolf gesprochen. Auch bei der Entnahme von Vergleichsproben seines eigenen Hundes sei nie die Rede von einem Wolf gewesen, meldet animal-health-online.

Die Proben mit der DNA des Angreifers wurden sofort im in ein Labor des Senckenberg Zentrums für Wildtiergenetik gebracht und untersucht. Bis dahin betrachtet das LfU Brandenburg den Vorfall als potenziellen Angriff eines Wolfes auf einen vom Menschen geführten Hund und auf einen Menschen. Dies ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

 

Wolf im Wald
Das LfU in Brandenburg ging richtig vor, einen potenziellen Wolfsangriff nicht auf die leichte Schulter zu nehmen

 

… ein nicht unerwartetes Ergebnis

Am Mittwoch, 20.12.2023 lagen dann die Ergebnisse der DNA-Probe vor. Das LfU in Potsdam informierte danach, dass der 47-Jährige und sein Hund nicht von einem Wolf, sondern von einem fremden Haushund angegriffen wurden. Die Spuren sind genetisch und morphologisch eindeutig, ein Wolf ist sicher auszuschließen, so das Fazit des Amtes. Ebenso sicher sei auszuschließen, dass der Mann von seinem eigenen Hund angefallen worden sei. Es handele sich eindeutig um zwei unterschiedliche Individuen.

Die unter Stress gemachten Beobachtungen und die Angaben des Mannes hierzu waren also völlig korrekt. So ist dann auch die Beobachtung, dass es sich um einen ungewöhnlich gefärbten Schäferhund handeln könnte, zu sehen. Polizei und Ordnungsamt haben aufgrund der Bissspuren eine Größenangabe, mit Hilfe der sie nach dem Hund fahnden.

 

Die letzte Meldung hierzu scheint von der Lausitzer Rundschau zu stammen. Am 6. Januar 2024 fragt sie „Nach Genanalyse – wo ist der Hund?“ Leider ist der Rest des Berichtes hinter einer Paywall verborgen. Wir konnten nicht herausfinden, wie es dem menschlichen, wie dem tierischen Opfer geht.

 

Quellen

rbb24: Mann aus Elbe-Elster nach möglichem Wolfsangriff im Krankenhaus

Zeit online: Wolfsangriff auf Mann vermutet: Untersuchungen laufen

Welt online: Tierangriff im Brandenburger Wald – Mann schwer verletzt

aho: Wolfsangriff durch DNA-Untersuchung ausgeschlossen

Lausitzer Rundschau: Nach Genanalyse – Wo ist der Hund?

Von Tobias Möser

Tobias Möser hat Biologie, Geologie und Wirtschaftswissenschaften studiert. Schon als Kind war er vor allem an großen Tieren, Dinosauriern, später Walen interessiert. Mit der Kryptozoologie kam er erst 2003 in näheren Kontakt. Seit dieser Zeit hat er sich vor allem mit den Wasserbewohnern und dem nordamerikanischen Sasquatch befasst. Sein heutiger Schwerpunkt ist neben der Entstehung und Tradierung von Legenden immer noch die Entdeckung „neuer“, unbekannter Arten. 2019 hat er diese Website aufgebaut und leitet seit dem die Redaktion.