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Kopf-Rumpf-Länge

Die Kopf-Rumpf-Länge (kurz: KRL) ist ein standardisiert verwendetes Körpermaß, mit dem die Länge eines Landwirbeltieres von der Schnauzen-, Nasen- oder Schnabelspitze bis zur Schwanzwurzel gemessen wird. Sie wird vor allem bei Säugetieren, gelegentlich auch bei Vögeln verwendet.

Um die KRL zu ermitteln, wird das Tier in Rückenlage ausgestreckt auf einer ebenen, waagerechten Unterlage leicht angedrückt, gerade ausgerichtet, aber nicht überdehnt. Stirn und Nase werden an die Unterlage gedrückt.
Da die eigentliche Schwanzwurzel von Gewebe überdeckt ist, müsste sie erst aufwendig freigelegt werden. Um dies zu umgehen, misst man in der Regel bis zum Anus oder der sichtbaren Schwanzwurzel.

Messungen am lebenden Tier sind schwierig und ungenau, daher werden oft Intervalle angegeben.




Korpulenzfaktor

Der Korpulenzfaktor (KoFa) ist ein spezifisches Maß für das Verhältnis zwischen Länge und Gewicht bei Fischen. Meist wird er zur Charakterisierung von Fischbeständen eingesetzt.

Aal auf dem Boden eines Aquariums
Der Europäische Aal Anguilla anguilla (Foto by Gerhard M, CC 3.0)

Es ist leicht zu verstehen, dass ein Karpfen wesentlich mehr wiegt, als ein Aal gleicher Länge, aber die Verhältnisse können sich auch während des Lebens der Fische ändern. Eine praktische Bedeutung hat der KoFa unter anderem in der Aquakultur, wo auf ein gesundes Aufwachsen der Fische geachtet wird. Von den wichtigen Nutzfischen kennt man in jedem Lebensstadium den optimalen Korpulenzfaktor und wie weit die Tiere davon abweichen dürfen, bevor Maßnahmen ergriffen werden (müssen).

 

Der Korpulenzfaktor berechnet sich aus Gewicht (g) x 100 / Länge (cm)³.

 

Beispiel aus langjährig ermittelten Werten eines Angelvereins:

 

Fisch

Länge

Gewicht

KoFa

Aal 50 cm 290 g 0,232
Aal 70 cm 780 g 0,227
Zander 50 cm 1180 g 0,944
Zander 70 cm 3250 g 0,948
Karpfen 50 cm 2520 g 2,016
Karpfen 70 cm 6900 g 2,012

 

In der Kryptozoologie (aber auch im Anglerlatein) wird häufig von Fischen berichtet, die für ihre Art sehr lang sind. Eine gute Möglichkeit, solche Berichte zu überprüfen ist, den Korpulenzfaktor eines solchen Tieres zu berechnen. Diesen vergleicht man dann mit dem Korpulenzfaktor eines bekannten, großen oder durchschnittlichen Fisches der gleichen Art.

 

Hypothetisches Beispiel: Ein „toller Hecht“ berichtet von einem Zander (Sander lucioperca) von 1,5 m Länge und einem Gewicht von 25 kg. Abgesehen davon, dass kein Zander dieser Länge bekannt ist, erscheinen die 25 kg erst einmal glaubhaft. Berechnet man den KoFa dieses Tieres, liegt er bei 0,74. Dies ist im Vergleich zu den oben berechneten 0,94x schon unglaubhaft schlank.

Scherzhaft spricht man bei solchen Fischen vom „Aal-Syndrom“.