Presseschau 17/22 mit Riesenottern, Zwillingen und Fischbissen

Lesedauer: etwa 15 Minuten

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Queen Elisabeth II. ist gestorben. Sie war eine der letzten Personen im öffentlichen Leben, die Konstanz darstellten. Sie war zwar vielseitig interessiert, aber von einer kryptozoologischen Beschäftigung ist nichts bekannt. Wir werden sehen, wie Charles III. die Rolle ausfüllt, die die britische Öffentlichkeit und vor allem die Presse ihm zubilligt. Wenn es einer gelernt hat, dann er: Als „König-Azubi“ hat er 73 Lehrjahre gehabt, die teilweise ziemlich hart waren. Dennoch wartet eine Aufgabe für einen Titanen auf ihn. Ich wünsche ihm alle Kraft der Welt, ich befürchte, er wird sie brauchen.

 

Doch nicht nur die Queen hat das Zeitliche gesegnet, am 2. September verstarb Frank Drake, einer der letzten „Großen“ aus dem Umfeld der NASA. Er wurde vor allem für die nach ihm benannte „Drake-Gleichung“ bekannt, die er 1961 zur Abschätzung der Anzahl von intelligenten und technischen Zivilisationen in unserer Galaxie publizierte. Damit war er seiner Zeit um mindestens 30 Jahre voraus, denn die ersten Exoplaneten wurden erst in den 1990ern entdeckt.
Später beteiligte er sich an den Forschungen des Arecibo-Radioteleskops, immer der Suche nach außerirdischer Intelligenz. Eines seiner bekanntesten Projekte ist das SETI at Home-Projekt.

Frank Drake starb am 2.9.2022 im Alter von 92 Jahren in seinem Haus in Aptos, Kalifornien. Er steht in einer Reihe mit Leuten wie Carl Sagan und Steven Hawking.

 

Bei den Toten sollten wir aber auch überlegen, welche Berühmtheiten in welchen Bereichen in den vergangenen 14 Tagen geboren wurden. Wir werden es erfahren, es wird nur mehrere Jahrzehnte dauern…

 

Veränderungen auf der Seite

Es gibt einige kleinere Veränderungen auf der Webseite. Zunächst habe ich die Aktivitäten des Netzwerkes besser geordnet und einige alte Seiten entfernt. Unter „Netzwerk“ ist das nun oben im braunen Menü zu finden. Auch die Jahrbücher könnt Ihr wieder einfach über ein Formular bestellen, im Unterpunkt „Publikationen“.

 

Neu ist ebenfalls, dass es eine Reihe Aufkleber mit dem Logo des Netzwerkes für Kryptozoologie (NfK) gibt. Über das selbe Formular kann der Aufkleber „NfK – Ich bin dabei“ bestellt werden, er kostet einen Euro. Für alle, die das Porto scheuen: ich werde einige mit zum von Hans-Jörg Vogel veranstalteten Meeting am 7. und 8. Oktober nach Berlin mitbringen.

 

Eine weitere Neuerung ist unsere „Mitgliedschaft“ bei Tipeee. Dies ist eine Möglichkeit, dem Betreiber der Seite einfach eine Art Trinkgeld, einen „Tip“ zukommen zu lassen. Das ist bereits ab einem Euro möglich, man muss sich nur anmelden und kann dann über Kreditkarte oder PayPal spenden.
Ein Dankeschön in Form einer Grafik für die eigene Webseite gibt es auch bereits ab dem ersten Euro, für höhere Beträge gibt es exklusive Silber-Unterstützer-Aufkleber, Teilnahme am Dossier-Newsletter, der jeden Monat ein Kryptid exklusiv vorstellt oder die Möglichkeit, sich von der Redaktion ein eigenes Thema zu wünschen.

 

Eins muss ich hier einmal klar sagen: Im dritten Jahr hat sich die Webseite etabliert, wir haben stabile, leicht steigende Userzahlen, das ist recht zufriedenstellend, besser könnte es natürlich immer gehen. Aber nach wie vor arbeiten Autoren und Redaktion nicht nur kostenlos, wir bezahlen auch die Auslagen und den Betrieb der Seite selber. Das geht auf die Dauer nicht und einige Autoren sind möglicherweise deshalb bereits abgesprungen.

 

Andererseits: Wenn nur jeder zweite unserer Stammuser im Jahr 3 – 5 € spenden würde, könnten wir damit den Betrieb der Seite ebenso finanzieren wie die Auslagen der Autoren, alle anstehenden Projekte und geplanten Veränderungen sowie für jeden Autor ein wertiges Dankeschön für die Mitarbeit anschaffen.

Denkt mal drüber nach, ob euch die Webseite nicht einen Kaffee wert ist.

 

Leider auch Verschlechterungen

In den vergangenen Tagen hat mich einer unserer Autoren darauf aufmerksam gemacht, seine Texte würden unter fremdem Namen auf einer anderen Webseite stehen. Es handelt sich um eine Webseite, die heruntergeladene pdf-Dateien so darstellt, dass man sie ohne Reader lesen kann. Die Seite sitzt in den USA, die deutschen Nutzernamen sind Fakes, die Seite verfügt nicht einmal über ein Impressum und der Besitzer wird durch die Agentur „Domains by Proxy“ verschleiert. Ihr könnt euch vorstellen, welche Möglichkeiten ich habe, gegen diesen Diebstahl vorzugehen.
Übrigens sind zahlreiche unserer Autoren betroffen.

Um das zu unterbinden, habe ich zunächst einmal die pdf-Funktion deaktiviert. Damit treffe ich auch die Nutzer, die sich die pdfs ganz legal und gewollt für ihr Archiv herunterladen oder ausdrucken wollen. Das ist schade. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie viele Menschen davon betroffen sind. Meldet euch bitte bei mir, damit ich sehen kann, wie häufig die Funktion genutzt wird.

 

Dennoch wünsche ich euch: Viel Spaß beim Lesen

 

Euer

Tobias Möser


Löwengroßer Otter lebte mit unseren Vorfahren in Äthiopien

Wissenschaftler um Kevin Uno vom Lamont-Doherty Earth Observatory in Äthiopien ein Fossilien eines gewaltigen Otters ausgegraben Im Journal Comptes Rendus Palevol haben sie das Tier als Enhydriodon omoensis beschrieben. Der Otter war Teil der Turkana-Gesellschaft, er lebte vor 3,5 bis 2,5 Millionen Jahren und war damit Zeitgenosse der Australopithecinen und möglicher früher Homo-Vertreter. Anders als moderne Otter lebte Enhydriodon omoensis wohl hauptsächlich an Land. Zahnschmelzanalysen zeigen ähnliche Verteilungen der Sauerstoff- und Kohlenstoffisotope wie bei Großkatzen und Hyänen aus den selben Fundschichten. Sie unterscheiden sich deutlich von denen fossiler Flusspferde. Der riesige Otter war also wohl ein Landraubtier, das sich hauptsächlich von landlebenden Pflanzenfressern ernährte.

 

Gewaltiger Otter aus Ostafrika im Größenvergleich
© Sabine Riffaut, Camille Grohé / Palevoprim / CNRS – Université de Poitiers (Illustration of Australopithecus afarensis by Encyclopaedia Britannica) (Ausschnitt)

 

Da noch nicht viel über den Otter bekannt ist, kann nur spekuliert werden, dass auch unsere Vorfahren zum Nahrungsspektrum gehörten.

Weitere Ausgrabungen sollen hier Klarheit bringen. Bisher sind mehrere Enhydriodon-Arten aus dem Rift Valley, vom Afar-Dreieck bis zu Edwardsee in Uganda bekannt. Zeitlich bewegen sie sich zwischen 5,8 und 1,9 Millionen Jahren, E. omoensis ist eine der jüngsten Arten der riesigen Otter. Einige Fundstätten zeigen sowohl hominine Fossilie wie die von Enhydriodon-Arten: Hadar, Dikika, Middle Awash, Woranso Mille im Afar-Dreieck, Kanapoi, Allia Bay und Koobi Fora am Turkana-See.


Brasilien: Frau bekommt Zwillinge von unterschiedlichen Vätern

Normalerweise gelten Zwillinge als genetisch nahezu identisch. Ausnahmen machen die selteneren zweieiigen Zwillinge, die einander ähneln wie „normale“ Geschwister. Doch in Brasilien ist nun ein besonderer Fall aufgetreten.

 

Zwillinge
(Beispielbild)

 

In Mineiros hat eine 19-jährige Frau Zwillinge von zwei Vätern bekommen. Laut Fernsehsender „Globo“ hatte die junge Frau am selben Tag Sex mit zwei Männern und wollte einige Monate nach der Geburt wissen, wer denn der Vater ist. Sie führte einen Vaterschaftstest mit beiden Söhnen durch – und siehe da: Jeder der Männer war Vater eines der Jungs.

 

Zweivätrige Zwillinge sind extrem selten. Es kommt sehr selten vor, dass bei einer Frau zwei Eizellen reifen – sie könnten zu zweieiigen Zwillingen führen. Doch dann muss die Frau an den fruchtbaren Tagen, an denen zwei Eizellen gereift sind, auch noch Sex mit unterschiedlichen Männern haben.

 

Laut n-tv gibt es nur etwa 20 zweivätrige Zwillingspaare auf der Welt. Wir konnten bei Spiegel-online einen Bericht über zweivätrige Zwillinge 2016 in Vietnam finden. Damals kamen zwei Mädchen auf die Welt. Laut diesem Bericht sind zweivätrige Zwillinge noch seltener, er spricht von nur einem knappen Dutzend.

 

Doch das Wichtigste: Mutter und Kinder sind wohlauf, einer der Väter kümmert sich um beide Söhne.


Die Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland aus

Eigentlich ist Zoropsos spinimana nichts besonderes. Die zu den Echten Webspinnen gehörende Art stellt eine mittelgroße Spinne dar, die ursprünglich im Mittelmeerraum vorkommt. Durch die globale Erwärmung beginnt sie, sich auch in Mitteleuropa auszubreiten, zumal sie regelmäßig mit Warenlieferungen verschleppt wird. Das Besondere ist, dass sie -anders als die meisten mitteleuropäischen Spinnen- einen Giftbiss hat, der für Menschen spürbar ist. Wenn sie in die Enge getrieben wurde, kann die Nosferatu-Spinne zubeißen. Ihre Cheliceren können an dünnen Stellen die Haut durchbohren, die Giftwirkung ähnelt der eines Mückenstiches, selten mehr.

Zoropsos spinimana
Die Nosferatu-Spinne Zoropsos spinimana, CC-SA 3.0 by Christian Ferrer

Zuerst gab es Beobachtungen aus Österreich und der Schweiz, seit 2005 auch in Deutschland, vor allem am Oberrhein, aber auch in der Lausitz, Hessen, Bremen und Nordrhein-Westfalen. Aktuell kommen sie in NRW nahezu in jedem Kreis vor, andere Schwerpunkte sind die Metropolregion Rhein-Neckar, Stuttgart, das Rhein-Main-Gebiet, Rheinhessen und der Ballungsraum Rhein-Ruhr. Vereinzelte Funde gibt es nahezu aus allen Städten.

 

Nachdem eine Moderatorin des Senders eine solche Spinne bei ihrer Nachbarin gefunden hat, hat der WDR sich des Themas angenommen. Sie beziehen sich auf das Meldepotal „Naturgucker.de“, das seit Anfang August einen starken Anstieg der Spinnensichtungen zeigt. War es vorher eher Grundrauschen, stieg die Zahl bis Ende August auf über 150 gemeldete Tiere am Tag an.

 

Quellen: wdr und Wikipedia

 


Frühester Beleg für eine erfolgreiche Amputation

Tatsächlich hat der Patient überlebt. Vor ungefähr 31.000 Jahren amputierte ein oder eine offenbar sehr kundige Heiler/in auf Borneo den Fuß eines Kindes. Der Patient verstarb erst sechs bis neun Jahre nach der Operation.

Wie das Ganze ohne moderne Schmerzmittel, Antiseptika und Antibiotika funktionierte, ist unbekannt.

 

Amputation vor 31.000 Jahren
Knochen des Unterleibs des „Patienten“. Die Operation vor 31.000 Jahren lief erfolgreich. Aber warum?

Archäologen fanden viel später den Leichnam des Patienten in einer Karsthöhle auf Borneo. In dieser Region im Osten der Insel wurden bereits 40.000 Jahre alte Felsmalereien und andere Spuren von Menschen gefunden. In der Liang-Tebo-Höhle stießen die Forscher schließlich auf einen jungen, vermutlich männlichen Erwachsenen im Alter von 19 bis 20 Jahren. Er war mit einem Klumpen Ocker und Feuersteinklingen bestattet worden. Doch das Bemerkenswerteste war, dass der linke Fuß völlig fehlte, das linke Schien- und Wadenbein des Toten endeten in Knochenstümpfen, deren Knochenwachstum auf eine verheilte Verletzung hindeutete.

 

„Knochenlamellen haben den unteren Rand des Wadenbeins wieder komplett verschlossen. Das deutet daraufhin, dass TB1 erst mindestens sechs bis neun Jahre nach der Verletzung starb“ bezeugten die Ausgräber. Es handelt sich bei dem Fund um ein einzigartiges Zeugnis der ältesten, bisher nachgewiesenen chirurgischen Maßnahme und Amputation.

 

Quelle: Nature


Unbekannte Vogelart in Südamerika entdeckt

Neu entdeckte Arten gibt es regelmäßig. Bei Insekten, Krebstieren, Fischen, Amphibien und Reptilien berichten wir nur noch in Ausnahmefällen. „Neue“ Säugetiere und Vögel sind jedoch so selten, sie bekommen unsere Aufmerksamkeit.

Aphrastura subantarctica
Zwei Individuen der neu beschriebenen Art von Gonzalo Island. Die Frisur sitzt (nicht immer). Fotos: Omar Barroso aus der Erstbeschreibung.

Zwei Individuen der neu beschriebenen Art von Gonzalo Island. Die Frisur sitzt (nicht immer). Fotos: Omar Barroso aus der Erstbeschreibung.

Die neu entdeckte Art, der Subantarktische Schlüpfer stammt von den Diego-Ramirez-Inseln vor der Südspitze Feuerlands. Die nur knapp 80 Hektar große Inselgruppe (etwa doppelt so groß wie die Fläche des Oktoberfestes in München) ist ein Lebensraum von rauer Schönheit. Stürme und tiefe Temperaturen lassen kaum eine höhere Vegetation zu, der regelmäßige Regen fördert das Wachstum von sodenartigen Gräsern und Buschwerk.

Und doch haben sich die Vorfahren des Vogels so wohl gefühlt, dass es kaum zu einem Austausch mit der Landpopulation des Stachelschwanzschlüpfers kam. So konnte sich der Subantarktische Schlüpfer zu einer eigenen Art, Aphrastura subantarctica entwickeln. Die Arbeitsgruppe um Ricardo Rozzi hat sie neu beschrieben.

 

Auch unser heutiges Titelbild zeigt Aphrastura subantarctica. Es stammt ebenfalls aus der Erstbeschreibung und wurde von Mauricio Alvarez Abel gezeichnet.


„Beißen sie?“ – „Zum Glück nur selten“

In schwäbischen Aulendorf scheint die Welt noch in Ordnung. Sogar die Fische beißen noch. Jedoch nicht so, wie sich ein Badegast des Naturfreibades erhofft hätte. Ein Hecht biss den Mann, der von einem Steg seine Füße im Wasser baumeln ließ. Der Bademeister konnte die Wunde mit einem kleinen Verband erstversorgen, der Arztbesuch war eher vorsorglich.

Vor zwei Jahren wurde eine Frau im Waldseer Stadtsee eine Frau wesentlich heftiger erwischt. Sie berichtet der „Schwäbischen“, dass sie im Uferbereich von einem größeren Fisch attackiert wurde, der ihren Fuß ins Maul genommen und dann zugebissen habe. „Ich musste nach diesem Biss mit stark blutender Wunde sogar die Notaufnahme besuchen und hatte noch wochenlang Beschwerden und Arztbesuche“, schreibt die Leserin.

 

 

Hecht im nächtlichen Wasser
Hecht im dunklen Wasser

 

Ist etwa Gefahr im Verzug? Im Stadtsee schwimmen laut des ansässigen Fischereivereins vor allem Hecht, Zander, Wels, Karpfen, Brachsen, Aal, Rotaugen und Rotfedern. Vermutlich hat der Verein einige Kleinfischarten vergessen, die für Angler keine Bedeutung haben. Ebenso fällt das Fehlen von Flussbarschen auf, einer der Schlüsselarten in Mitteleuropa.

Der Vorsitzende rät Badenden die Nähe von Seerosen und Schilf zu meiden. Dort haben die Fische ihre Unterstände und könnten sich bedroht fühlen, wenn plötzlich etwas ins Wasser gelangt.

 

Quelle: Schwäbische, Lokalredaktion Bad Waldsee

 


Club of Rome: Noch ist die Menschheit nicht verloren

Der Club of Rome wurde vor allem durch seine bahnbrechende Veröffentlichung „Die Grenzen des Wachstums“ berühmt, in der er vor 50 Jahren bereits erwartete, dass die Erde der Zahl der Menschen und ihrem Wohlstand schon bald Grenzen setze. Heute sehen wir diese Grenzen an allen möglichen Stellen.

 

Müll

 

Der neue Bericht des Club of Rome heißt „Earth for All“ und ist auch auf Deutsch erschienen. Er fasst die Ergebnisse einer mehrjährigen Forschungsarbeit des Thinktanks zusammen und beschreibt sehr anschaulich Lösungen, die gut nachvollziehbar und sehr konkret sind. Es sind die großen Ziele, die der Club für notwendig hält, und er beschreibt, wie ein schneller Wandel möglich ist.

 

Fazit: Wir können die Kurve noch kriegen!


Was macht der „Doomsday-Gletscher“?

Der Thwaites Gletscher in der Westantarktis ist knapp so groß wie Großbritannien ohne die umliegenden Inseln. Er gilt als „Weltuntergangsgletscher“, da er enorme Mengen Wasser unterhalb und oberhalb des Meeresspiegels enthält. Noch liegt er auf einem untermeerischen Rücken, der ihn bremst. Schmilzt er unter Wasser weiter ab, könnte er aufschwimmen. Dies bedeutet, dass er wesentlich schneller fließt und damit sowohl schneller schmilzt als auch mehr Eisberge ins Meer entlässt.

 

Eisberg
Antaktischer Eisberg (Beispielbild)

 

Bricht der Gletscher zusammen und gelangt sein Wasser ins Meer, steigt der Meeresspiegel um mindestens 65 cm weltweit an. Doch der Zusammenbruch würde vermutlich auch nebenliegende Eismassen beeinflussen, die ebenfalls schneller in Richtung Meer wandern und schmelzen. Dies könnte den Meeresspiegel insgesamt um bis zu 3 m erhöhen. Diese 3 m sind eine akute Gefahr für alle Küstenregionen, von Tokio bis New York, von den Malediven bis zur deutschen Nordseeküste. Mehr als 1 Milliarde Menschen verlieren dann ihre Lebensräume, die Wirtschaft müsste sich vollständig neu orientieren.

 

Quelle: n-tv

 


DNA gegen Hundehaufen

Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass die Gemeinde Weilerswist bei Bonn gegen Hundehaufen angehen will. Dazu will sie eine Genkartei der ortsansässigen (steuerpflichtigen und daher bekannten) Hunde anlegen und den Hundekot analysieren lassen.

So können Hundehaufen sicher einem Hund zugeordnet werden. Neben der Strafe kämen dann auf den Hundebesitzer auch noch die Kosten der Ermittlung zu, sie liegen im niedrigen dreistelligen Bereich.

 

Weilerswist hat 17.500 Einwohner und 1586 Hunde. Die Bürgermeisterin Anna-Katharina Horst sagt hierzu, dass die Grünanlagen als Hundeklos missbraucht würden, auch auf Friedhöfen und Spielplätzen fände man regelmäßig Hundehaufen. Sogar die Mitarbeiter des Städtischen Bauhofes leiden. Ein Mundschutz reicht nicht aus, wenn der Kot bei der Grünpflege aufgewirbelt wird, ein Vollvisier muss sein.

 

Nur die Hunde unerzogener Frauchen und Herrchen halten sich nicht dran. Leider gibt es von denen zu viele.

 

Auch andere Gemeinden sind an einer Lösung für das wachsende Hundekotproblem interessiert. Die Reaktionen in Weilerswist sind gemischt. „Was bei mir ankommt, ist überwiegend pro.“, berichtet Bürgermeisterin Horst, die selbst mit Hunden aufgewachsen ist.

 

Quellen: n-tv, wdr


Regeneration der Oder natürlich möglich

Ein Fischsterben hat den Fischbestand der unteren Oder weitgehend dahin gerafft. 200 t tote Fische wurden eingesammelt, Wissenschaftlern zufolge sind etwa 800 t Fische, dazu Schnecken und Muscheln verendet. Eine Brackwasseralge Prymnesium parvum konnte sich im August explosionsartig vermehren, hohe Temperaturen und ein plötzlich angestiegener Salzgehalt haben dafür gesorgt. Die Alge hat Toxine produziert, die unmittelbar Fische und Muscheln getötet haben.

Woher das Salz kam, das die Vermehrung der in der Oder sonst kaum nachweisbaren Alge ermöglichte, ist noch unklar. Mehrere hundert Substanzen kommen dafür in Frage, der niedrige Wasserstand hat das Problem noch verstärkt: Das Wasser verweilte länger und eine sonst unproblematische Einleitung wird möglicherweise nicht mehr ausreichend verdünnt.

 

 

Jetzt hat das Ökosystem Oder nicht nur mit den Resten der Algenblüte zu tun, auch 600 t Fisch und ungeschätzte Mengen an toten Muscheln und Schnecken belasten den Fluss. Das Material verwest und zehrt den wegen der Hitze schon raren Sauerstoff. Es wird noch Monate, vielleicht bis ins nächste Jahr dauern, bis das Material ausgeschwemmt ist. Jeder Regen ist daher ein Plus für den Fluss, in vielfachem Sinn.

 

Dauerhaft wird die Katastrophe der Oder vermutlich nicht schaden. Die Algen-Toxine sind organische Substanzen, die ein Ökosystem abbaut, zudem werden sie ins Meer geschwemmt und dort auf unproblematische Konzentrationen verdünnt. Zahlreiche Fische, die nun im Hauptstrom ausgestorben sind, haben in den Oberläufen der Nebenflüsse überlebt. Einige Tiere sind bereits wieder in den Fluss gewandert, andere werden das im Frühjahr tun. Eine vollständige Regeneration wird daher vermutlich erstaunlich schnell gehen. Christian Wolter vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei rechnet mit zwei bis drei Jahren bei den Fischen und fünf Jahren bei den Muscheln. Kein Wunder, Muscheln sind eher immobil.

 

Quelle: n-tv


Zu guter Letzt:

 

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