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Presseschau Kalenderwoche 39/2019

Wie immer montags haben wir euch für die Presseschau einige Meldungen aus Zoologie, Kryptozoologie und Paläontologie aus der vergangenen Woche herausgesucht. Viel Spaß beim Lesen.


Walross versenkt Boot der russischen Nordflotte

Marineschiff vor vereisten Hügeln
Rettungsschlepper „Altai“ der Russischen Nordflotte, von der auch das Bild stammt

Am Montag, 23.09.2019 berichtete der „Independant Barents Observer“ von einem Unfall eines Landungsbootes der Russischen Nordflotte und einem Walross. Der Rettungsschlepper „Altai“ der russischen Nordflotte verlegte eine Gruppe von Geologen auf die Insel Franz-Josef-Land. Ein RIB (Festrumpf-Schlauchboot) sollte die Forschergruppe an Land bringen. Eine Drohne der Flotte flog dicht über den mit Walrossen bevölkerten Strand und versetzte die Tiere in Panik. Offenbar ist dabei ein Jungtier von seiner Mutter getrennt worden und befand sich auf dem Weg des RIB oder das Boot navigierte zwischen Mutter und Kind.

Die Mutter griff das mehrfach größere Boot an. Die Nordflotte berichtet „Dank der klaren und gut koordinierten Aktionen der Soldaten der Nordflotte, die das Boot von den Tieren entfernen konnten, ohne sie zu verletzen, konnten ernsthafte Probleme vermieden werden.“ Die russische Geographische Gesellschaft hingegen schreibt in einem Presse-Update „Das Boot sank, aber der Truppführer konnte durch schnelles Handeln eine Tragödie verhindern. Alle Bootsinsassen erreichten sicher das Ufer.“

Kommentar (TM): Die handelsüblichen RIBs sind unter normalen Umständen nahezu unsinkbar. Der steife Teil des Bootsrumpfes schwimmt alleine. Die Lufttanks werden von einem wasserdichten Schaum in Form gehalten. Sie bestehen aus mehreren unabhängigen Kammern. Es ist wahrscheinlicher, dass das Walross das Rib „nur“ beschädigt hat oder zum Kentern bringen wollte.

Quellen:

The independent Barents Observer: Walruses attacked and sank Northern Fleet boat at Franz Josef Land

Russische Nordflotte: Комплексная экспедиция Северного флота повторила маршруты первопроходцев Земли Франца-Иосифа (auf russisch)


Ein schwarzer Vogel sitzt auf einem Zaun
Alena Possum konnte diesen schwarzen Kookaburra bei Brisbane (Australien) fotografieren

Schwarzer Kookaburra

In Forest Lake, einem Vorort von Brisbane hat Alena Possum einen schwarzen Kookaburra fotografiert. Die größten aller Eisvögel sind in Deutschland auch unter dem Namen Jägerliest oder Lachender Hans bekannt.

Die etwa krähengroßen Vögel gelten in Australien als Kulturfolger und sind allgemein sehr beliebt, auch weil sie Mäuse, Ratten und giftige Schlangen fressen. In vielen Vorstädten brüten sie direkt in Hausnähe, gelegentlich sogar in Blumenkästen. Da nimmt man ihnen gelegentliche Frechheiten nicht übel, wenn sie sich beispielsweise blitzschnell am Picknick bedienen.


Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht. Trotzdem kann „Sandra“ nicht ausgewildert werden (Bild: Wilde Orang-Utans)

Orang-Utan „Sandra“ kommt ins Center for Great Apes in Florida

Die Orang-Utan-Dame „Sandra“, geboren 1986 im Rostocker Zoo, gilt nach dem Urteil eines argentinischen Gerichtes eine nichtmenschliche Person 2015. Als solche darf sie nicht unter den Bedingungen gehalten werden, die in ihrem bisherigen Zuhause im Zoo von Buenos Aires herrschen. Das Gericht ordnete zunächst eine substanzielle Verbesserung der Haltung an, was der Zoo aber nicht leisten konnte. Nach längerem Tauziehen verschiedener Interessensgruppen ist sie in der Nacht vom 26. auf den 27. September 2019 in die USA ausgeflogen worden. Nach einer 40tägigen Quarantäne geht Sandra ins Center for Great Apes in Florida. Dort wird sie hoffentlich ein Leben führen können, dass einem Orang-Utan würdig ist.

Eine Auswilderung von Sandra wurde bereits früh verworfen. Sie ist ein Hybrid aus Sumatra- und Borneo-Orang-Utan, entstanden zu einer Zeit, als man den Unterschied zwischen den beiden (Unter-)Arten noch nicht erkannte.


Fische fühlen Schmerz auf die gleiche Weise wie Menschen

Wenn er Schmerzen fühlt, wie wir, müssen wir den Umgang mit ihm überdenken.

Lynne Sneddon von der Liverpool University hat im Rahmen eines Symposions eine Arbeit veröffentlicht, die sich mit dem Schmerzempfinden, Schmerzreaktion und Schmerzvermeidung bei Fischen befasst. „Wenn die Lippen eines Fisches mit einem Schmerz gereizt werden, reiben die Tiere ihren Mund an der Aquarienscheibe. So wie wir ins den Zeh reiben, wenn wir ihn stoßen“ sagt Sneddon in einem Statement zu ihrer Arbeit.

Bei zahlreichen Fischarte konnte sie beobachten, dass Fische ihr Verhalten nach einer schmerzhaften Erfahrung ändern. Die Aktivität kann nachlassen, sie hören auf zu fressen, hyperventilieren oder reiben sogar die betroffene Stelle an einem Gegenstand. „Schmerzreaktionen sind lang anhaltend und biologisch teuer“, so Sneddon weiter. „Die Fische fressen weniger und verwenden viel Energie darauf, den Schmerz zu lindern.“ Die Verhaltensänderungen sind geringer, wenn man den Fischen ein Schmerzmittel gibt.

„Wenn wir akzeptieren, dass Fische Schmerz verspüren, hat das einen wichtigen Einfluss darauf, wie wir sie behandeln. Wir sollten sie vorsichtig behandeln, um ihre empfindliche Haut zu schonen und sie auf humane Weise fangen und töten.“

Quelle: https://royalsocietypublishing.org/doi/abs/10.1098/rstb.2019.0290


Berliner Panda-Babies: Hilfe aus China zur Geschlechtsbestimmung

Im Zoologischen Garten Berlin sind am 31. August zwei Pandajunge geboren worden (wir berichteten). Die beiden entwickeln sich gut, und tragen mittlerweile schwarz-weißen Flaum. Um die Aufzucht zu unterstützen, sind zwei Experten aus der Panda-Forschungsstation in Chengdu angereist und werden den Berlinern im ersten halben Jahr unter die Arme greifen. Auch bei der Geschlechtsdiagnose helfen sie, aber um absolut sicher zu sein, werden Kollegen in Chengdu mit Fotos versorgt. Der Zoologische Garten hofft, in den nächsten 14 Tagen das Geschlecht der Jungen bekannt geben zu können.


Groß, größer, Dinosaurier

Schädel eines Dinosauriers
Schädel des Sauropoden Kaatedocus siberi. Bei Sauropoden ist der fossilisierte Schädel eine Seltenheit. Foto: ZFMK

Das Zoologische Forschungsmuseum Koenig in Bonn zeigt ab dem 28. September 2019 eine neue Ausstellung einzigartiger Dinosaurier-Skelette. Die Frage, der sich Wissenschaftler und Ausstellungsmacher nähern, ist: „Wie konnten Dinosaurier so groß werden?“

Das Besondere an dieser Ausstellung ist, dass hier nicht die aus Dokumentationen und (übersetzten, englischsprachigen) Büchern bekannten Dinosaurier aus Nordamerika und der Mongolei stehen, sondern Dinosaurier aus Europa. Ein besonderes Ausstellungsstück ist das 27 m lange Originalskelett des Sauropoden “Arapahoe”, das längste Originalskelett eines Dinosauriers in Europa.

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Sauriermuseum Aahtal bei Zürich realisiert. Sie ist während der üblichen Öffnungszeiten des Museums (Di bis So, 10 bis 18 Uhr, Mittwochs bis 21 Uhr) erreichbar, gezahlt wird nur der reguläre Eintritt (Tageskarte € 5,-; ermäßig € 2,50). Die Ausstellung läuft noch bis zum 21. Juni 2020. Für Kinder gibt es zahlreiche Veranstaltungen, unter anderem einen Ferienworkshop bereits in den Herbstferien. 

Link: Webseite des Museum Koenig, Bonn


Feld-Ornithologisches

Der Jungfernkranich, von dem wir letzte Woche berichtet haben, ist immernoch in dem Gebiet. Die ersten verirrten Zugvögel tauchen auf, im Gebiet der Reußenköge auf dem Festland vor der Halligsee, ist ein Amerikanischer Prärie-Goldregenpfeifer aufgetaucht. Am Großen Albsee bei Immenstadt im Allgäu und im Teichgebiet Tschorna bei Tauscha in Sachsen haben Ornithologen je eine Schwalbenmöwe beobachtet. Der Rosapelikan aus Meldorf bleibt, wo er ist.

Brinzola, die Mönchsgeierdame, die im Frühjahr eine Reise durch halb Europa, von Spanien bis Mittelnorwegen gemacht hat, scheint sich wieder auf den Weg zu machen. Wir halten euch auch da auf dem Laufenden.


Zu guter Letzt:

Dieses Video stammt aus der Sammlung von Shark Week vom Discovery Channel. Es zeigt eine völlig untypische Art des Jagens eines Weißen Haies: anstatt sich lange heranzupirschen, die Lage, Größe und Verhalten des Beutetieres zu checken, greift der Raubfisch fast spontan an, als ihm die Robbe zufällig über den Weg schwimmt. Damit eine solche Handlung erfolgreich ist, setzt es ein permanentes Bewusstsein für seine Umwelt und seinen eigenen Status voraus, wesentlich mehr, als man einem Hai üblicherweise zutraut.





Freitagnacht-Kryptos: Die Seeschlange auf der österreichischen Fregatte Navarra

In seinem Werk „Das Leben im Wasser und das Aquarium“ (Hamburg: Vereinsbuchhandlung 1868) geht Gustav Jäger auch auf „Die Seeschlange“ ein (S. 267–272). Neben den üblichen Sichtungen, unter denen er besonders Fälle von Verwechslung herausstreicht, geht Jäger auch auf die zoologisch bekannten, kleinen Seeschlangen ein:

„Glücklicherweise unterscheiden sie sich von ihrer fabelhaften Schwester vortheilhaft durch eine sehr mäßige Größe, denn die größte Art erreicht kaum die Länge von fünf Schuh und die meisten haben nur die Größe unserer europäischen Kreuzotter. Was ihnen aber an Größe abgeht, das ersetzen sie dadurch, daß sie notorisch äußerst giftig und dabei sehr bissig sind. So wird berichtet:

Segelfregatte mit drei Masten liegt in einem stillen Gewässer
SMS Novara im Zustand von 1856, vor ihrer Weltreise.

Tuschezeichnung der Bibliothek der Novara
Für die Weltreise wurde unter anderem ein Teil des Kanonendecks zu einer Bibliothek umgebaut. Zweifellos ging es dort enger als auf der Zeichnung zu.

Kleine Seeschlangen

Als man beabsichtigte, auf den Bassesfelsen, den Ueberresten der von der See verschlungenen Giriinseln, einen Leuchtthurm zu gründen, bemerkte man bei der ersten Landung unter den hunderten und tausenden von Fischen, welche die zahlreichen Höhlen dieser Felsen belebten, eine Menge von Seeschlangen, welche zusammengeringelt da lagen, um der Ruhe zu pflegen; sie nahmen die Störung so übel, daß sie wüthend nach den Stangen bissen, mit denen man die Löcher untersuchte. Nach den angestellten Versuchen ist ihr Gift außerordentlich wirksam, denn große Wasserschildkröten und Fische sterben nach 10–15 Minuten. Die Furcht der eingeborenen Fischer vor diesen Thieren ist somit wohl begründet und wenn, wie dieß hie und da vorkommt – z.B. geschah es auch der österreichischen Fregatte Novara – ein solches Thier wahrscheinlich entlang den Ankerketten an Bord eines Schiffes kommt, so wird alles aufgeboten zu erlegen.“

Auszug aus dem Reisebericht der Navarra

In der „Reise der österreichischen Fregatte Novara um die Erde: in den Jahren 1857, 1858, 1859. Beschreibender Teil : mit XV Karten, VII Beilagen und 78 Holzschnitten.“ (Gerold, 1861, 474 Seiten, S. 96–97) liest sich das so:

„Ein Ereigniß ganz merkwürdiger Art brachte die Gemüther plötzlich in eine gewisse Aufregung. Unser verehrter Schiffscapellan verspürte nämlich, als er Abends in seiner Cabine lesend saß, einen eigenthümlichen Druck am Fuße. Der herbeigerufene Diener näherte sich mit einem Lichte dem Boden und gewahrte mit Entsetzen eine ziemlich große Seeschlange (Chorsydrus fasciatus), welche den Fußknöchel des Capellans umschlungen hielt. Gleichsam instinctmäßig schleuderte dieser das giftige Reptil mit einer starken Bewegung des Fußes von sich, während mehrere inzwischen herbeigeeilte Personen bemüht waren, des gefährlichen Eindringlings lebendig oder todt habhaft zu werden. In dem engen Räume einer Schiffscabine ist ein Feldzug rasch beendet.

Längsschnitte und Aufsicht der Novara 1850
Zustand der Novara 1850 als reines Kriegsschiff. Sie galt als das seetüchtigste Schiff der österreichischen Marine

Ausgeblichenes Schlangenpräparat in Alkohol
ausgeblichenes Präparat der Seeschlange Hydrophis fasciatus. Bei ihr könnte es sich um Chorsydrus fasciatus handeln.

„in mehr Stücke zerhauen, als dem Zoologen erwünscht sein konnte“

Die Schlange wurde bald in ihrem Verstecke aufgefunden und im ersten Eifer in mehr Stücke zerhauen, als dem Zoologen erwünscht sein konnte, welcher dieses doppelt interessante Reptil gern möglichst unbeschädigt in Weingeist aufbewahrt hätte. Es war ein ziemlich großes Exemplar, zolldick, von ungefähr drei Fuß Länge und wahrscheinlich an der Ankerkette in die Cabine gekommen.“

Die Fregatte war damals, im März / April 1858, auf dem Weg von den Nikobaren nach Singapur. Der lateinische Name der betroffenen Seeschlange wird heute nicht mehr verwendet.


Literatur:

Jäger, Gustav; 1868: Das Leben im Wasser und im Aquarium, S. 270

von Wüllerstorf-Urbair, Bernhard (1861): Reise der österreichischen Fregatte Novara um die Erde: in den Jahren 1857, 1858, 1859. Beschreibender Teil : mit XV Karten, VII Beilagen und 78 Holzschnitten.





Ausstellung „Giganten der Meere“ ab heute in Rosenheim

Ab heute (26.09.2019) zeigt der Rosenheimer Lokschuppen 22 lebensechte Meeressaurier als Modelle.

Neben 200 Fossilien, Skeletten und einem „3D-Aquarium“ sind die in Originalgröße gehaltenen Modelle der Höhepunkt der Ausstellung. Die Ausstellungsmacher haben die Modelle nach dem neuesten Forschungsstand entwickelt. „Am wichtigsten ist die Diskussion am Anfang, wie das Modell aussehen muss. Die Haltung, die Haut, die Augen, die Größenverhältnisse – alles muss stimmen“, sagt der Kurator der Ausstellung Dr. Bernd Herkner.

Modelle aus Italien – und aus Kunstharz

Die Firma Prehistoric Minds aus Norditalien produziert schließlich die Modelle zusammen mit Wissenschaftlern, Kunsthandwerkern und Künstlern. Paläontologe Dr. Simone Maganuco und Zeichner Davide Bonnadonna gelten als kongeniales Team beim Sauriermodellbau, sie kombinieren neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Überlegungen, wie weit sich ein Tier innerhalb seiner Möglichkeiten bewegen wird.

Zweibeinig laufender Saurier
Dieses Baryonyx-Modell steht in einer anderen Wanderausstellung

Aus Bonnadonnas Zeichnungen wird schließlich ein digitales 3D-Modell. Computergesteuerte Spezialwerkzeuge fräsen dann dieses Modell aus einem soliden Styroporblock. Anschließend wird es mit Kunstharz und Polyester überzogen. Die Hautschuppen fertigt er klassisch aus Ton. „Stets achten wir aber darauf, dass wir streng nach den wissenschaftlichen Vorlagen arbeiten“, erläutert Simone Maganuco diese Detailarbeit.
Über den feuchten Ton ziehen die Mitarbeiter von Prehistoric Minds eine Hülle aus Kunstharz. Die Tonhaut drückte sich auf der Innenseite der Hülle mit allen Details ein. Die Hülle wurde danach abmontiert – so entstand eine Gussform für die einzelnen Abschnitte eines Saurierkörpers. Mit diesen Gussformen wurden dann die endgültigen Modelle gegossen. Die Produktion eines der großen Modelle dauert so bis zu 600 Stunden.

Bis zu 12 m lang

Mit einem Sattelschlepper kommen dann die Einzelteile der Meeressaurier nach Rosenheim. Vor Ort werden sie zu einem ganzen Tier zusammengesetzt – keine leichte Sache, bei einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm und einer Länge von bis zu 12 Metern.
Die Modelle müssen aber auch noch in Szene gesetzt werden. Den Entwurf und die Planung der Ausstellungsarchitektur übernahm das Münchner „Atelier Hammerl und Dannenberg“. „Die großen Modelle im Lokschuppen zu platzieren und um diese Inszenierungen die originalen Exponate in den Vitrinen zu arrangieren – das war eine spannende Aufgabe für uns“, erklärt die Gestalterin Tanja Hammerl.

Das Who-is-Who der mesozoischen Ozeane

schlankes, schwimmendes Reptil mit Beinen und abenteuerlichen Zähnen
Nothosaurus aus der Ausstellung im Löwentormuseum, Stuttgart

Unter den dargestellten Tieren findet sich ein gewaltiger Tylosaurus, der zu den größten Mosasauriern gehört. Neben dem fast obligatorischen Liopleurodon und einem Spinosaurus sind aber auch verschiedene Ichthyosaurier, ein Pliosaurier und ein Plesiosaurier zu sehen. Bemerkenswert ist, dass die Ausstellungsmacher einen Nothosaurus zeigen, ein eher unspektakuläres Tier, mittelgroß, aber seine Überreste findet man an vielen Stellen in Deutschland.
Prominent ist auch der Archelon, die größte bisher bekannte Schildkröte aller Zeiten.

Auch Originale sind zu sehen

Neben den Modellen sind auch Originalfossilien zu sehen. Mehr als 200 Ausstellungsstücke konnten die Aussteller nach Rosenheim holen und in Spezialvitrinen ausstellen. Sie stammen aus der Senckenberg-Sammlung und anderen renommierten Museen Europas. Teilweise werden sie das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

Viel Mühe hat man sich auch mit dem 3D-Aquarium gegeben. Hier werden Szenen aus den mesozoischen Meeren dargestellt, nicht als Film, sondern in zufälliger Sequenz, so dass immer wieder mit Überraschungen gerechnet werden kann.

Wohin die Ausstellung nach der Premiere in Rosenheim wandert, war zum Redaktionszeitpunkt noch nicht klar.
Wir nutzen Bilder aus anderen Ausstellungen, da die Betreiber des Lokschuppens uns mit Strafe bedrohen, wenn wir ihre Pressefotos mit Ende der Ausstellung nicht von der Website entfernen. Das Risiko möchten wir nicht eingehen.

Allgemeine Infos

Die Ausstellung ist von heute an bis zum bis zum 13. Dezember 2020 im Lokschuppen Rosenheim täglich, auch Montags zu sehen. Nur am 24. und 31.12.19 ist der Lokschuppen geschlossen.

Der Eintritt kostet für Erwachsene € 15,-, Kinder zahlen € 5,-. Es gibt zahlreiche Rabatte für Familien, Gruppen und an bestimmten Tagen. Tickets gibt es unter lokschuppen.de, bei den bekannten Vorverkaufsstellen und natürlich vor Ort.

Der Lokschuppen ist für Rollstuhlfahrer geeignet, die zweite Ebene kann über einen Lift erreicht werden, der Boden ist gut befahrbar. Für Blinde und Sehbehinderte gibt es kontrastreiche Gestaltung und Audioguides, Blindenhunde sind in der Ausstellung zugelassen. Hörbehinderte profitieren von ausführlichen Ausstellungstexten, Audioguides mit Induktionsschleife für Hörgeräte sind an der Kasse erhältlich.


Kommentar

von Tobias Möser

Soweit die allgemeinen Infos zur Ausstellung.Ausstellungen mit Sauriermodellen gibt es mittlerweile zahlreiche. Meist werden bekannte und spektakuläre Dinosaurier präsentiert, die mehr oder weniger gut ihren Vorbildern entsprechen. Teilweise sind sie animiert, oft brüllen sie, ich habe sie auch schon mit Nebelmaschinen gesehen. Viele der Modelle entsprechen den Tieren, die in der BBC-Serie „Walking with Dinosaurs“ und ihren Derivaten dargestellt werden. Ob es damit zu tun hat, dass diese Tiere dem breiten Publikum bekannt sind, oder dass hier 3D-Modelle vorliegen, weiß ich nicht.

Ich habe die Ausstellung noch nicht gesehen (wie denn auch?). Auch hier rennen wieder vor allem die Tiere die aus den BBC-Serien herum.

Das, was man von der Animation „3D-Aquarium“ sieht, erscheint nicht befriedigend. Die Tiere bewegen sich mit den selben „Fehlern“, wie man sie aus der Nigel Marven-Serie „Monster der Tiefe“ kennt. Gerade bei den Feinheiten ist die Animationstechnik nicht weiter gekommen.

Die Ausschnitte, die ich gesehen habe, beziehen sich auch hauptsächlich auf möglichst spektakuläres Jagen und Fressen. Ob das nur für den Presse-Release so ist, oder ob sich die ganze Animation so darstellt, ist von hier aus nicht zu ermitteln. Einen Vorteil haben die Meeressaurier gegenüber den Land-Dinos: Unter Wasser ist das nervige Brüllen vieler Animationen nicht möglich.




Ein neues Sasquatch-Bild sorgt für Wirbel – Geheimnis gelüftet

Seit einigen Tagen verbreitet sich ein neues Bild wie ein Lauffeuer in den sozialen Medien. Es zeigt angeblich einen Sasquatch, der in eine Wildkamera schaut. Das Gesicht ist nur angeschnitten, nur ein Auge ist sichtbar. Im Hintergrund sind Bäume zu sehen. Mehr ist nicht zu sehen, aber das Wenige, was da ist, untersuchen wir näher.

Ein Wildkamera-Foto

Das Bild ist in Graustufen (sog. Schwarz-Weiß-Foto) und misst in der größten, im Web über eine Suchmaschine findbaren Version 531 x 353 Pixel. Es hat eine Auflösung von 96 ppi und eine Farbtiefe von 24 bit.

Angebliches Bigfoot-Foto
Das angebliche Sasquatch-Foto. Urheber unbekannt

Das Bild ist vermutlich zunächst in der Facebook-Gruppe „Expedition Bigfoot“ aufgetaucht. Laut dieser Gruppe stammt es von einem Mann aus dem US-Bundesstaat Georgia. Die Kamera sei von einem Baum heruntergeschlagen worden.

Technik von Wildkameras

Wildkameras sind (heute meist digitale) Kameras in einem wetterfesten Gehäuse. Sie haben einen Bewegungs- oder Infrarotsensor und meist einen Blitz, der im nahen Infrarotbereich arbeitet. Die Aufnahmen werden in einem Speichermedium (z.B. SSD-Card) gespeichert oder per MMS oder E-Mail an einem Empfänger verschickt.

Die Bildsensoren entsprechen hier den gängigen Digitalkameras, von einfachen Modell eines Billig-Handys bis zum hochwertigen CMOS-Sensor einer digitalen Spiegelreflex-Kamera. Gleiches gilt für die Optik, von der einfachen Kunststofflinse bis zu einer adaptiven Glasoptik mit mehreren Linsen kann eine Wildkamera alles bieten – nur eine Frage des Preises.

Leider fehlt uns jede Information über die verwendete Kamera. Dies wäre unter Umständen wichtig, wenn es darum geht, die Echtheit des Bildes zu beurteilen.

Was ist „nahes Infrarot“?

Der „nahe infrarot“-Bereich ist der Bereich des Lichtspektrums, der sich direkt dem sichtbaren (roten) Licht anschließt. Für die Profis: hier gibt es Wellenlängen zwischen 780 und 1400 nm (IR-A). Auch die Bereiche zwischen 1400 und 3000 nm sind durch diese Bezeichnung noch abgedeckt, werden aber als IR-B bezeichnet.

Spektrum des sichtbaren Lichtes und dessen Randbereichen (by Horst Frank CC 3.0)

Digitalkameras können diesen Bereich aufnehmen, v.a. wenn sie keinen Infrarotfilter haben. Sichtbar ist dieser Bereich für Menschen nicht, aber es ist nicht auszuschließen, dass tagaktive Tiere ihn sehen. Bei der Infrarotfotografie tritt oft der „Wood-Effekt“ auf.

Dieser für die Infrarotfotografie typische Effekt ist nach seinem Entdecker Robert Williams Wood benannt, nicht nach den Wäldern, in denen er hauptsächlich auftritt. Blattgrün erscheint im nahen Infrarot weiß, da Chlorophyll dieses Licht durchlässt und das Licht nur vom in den Blättern enthaltenen Wasser reflektiert wird. Der Himmel einer Wood-Aufnahme erscheint hingegen dunkel. Tritt dieser Effekt auf, kann man mit Sicherheit von einem Infrarot-Bild ausgehen, tritt er nicht auf, ist das Bild nicht im nahen Infrarotbereich geschossen worden.

Erste Überprüfungen

Bei der ersten Frage kümmere ich mich um den Sensor, mit dem das Bild aufgenommen wurde. Da dem Foto sämtliche Meta-Informationen fehlen, kann ich nur das beurteilen, was ich in dem Bild sehen kann.

Das Maß des im Netz erschienen Fotos ist ungewöhnlich. 531 x 353 Pixel entspricht keinem gängigen Kamera- oder Vorschaubild-Maß. Das Seitenverhältnis liegt bei etwa 3:2.

Infrarot-Aufnahme
Aufnahme im nahen Infrarotbereich mit Wood-Effekt

Ein Bild mit dem Seitenverhältnis 3:2 und einer Auflösung von 3 Megapixel hat ein Maß von 2121 : 1414, was ziemlich genau dem Vierfachen des betreffenden Bildes entspricht. Das nächste gängige Vielfache sind 12 MP mit 4242 : 2828, das ist das Sechzehnfache. Beide Maße sind gängige Auflösungen, wobei 3 MP heute kaum noch neu in den Handel gelangen. Höhere Bildauflösungen sind nicht wesentlich teurer, machen sich im Marketing aber gut.

Handelt es sich um eine Infrarot-Aufnahme?

Laut dem Beschreiber in der ersten Veröffentlichung wurde die Kamera vom Baum gehauen und lag zum Zeitpunkt des Fotos so, dass sie in den Himmel fotografierte. Das deckt sich mit der Position der Bäume und dem Verlauf von Stämmen und Ästen. Der Himmel müsste also seinen Zenit ziemlich mittig über der Kamera haben.

Nun kommt der Wood-Effekt ins Spiel, bzw. er fehlt. Die Blätter sind zwar heller, als die abschattenden Äste, aber alles andere als weiß. Hinzu kommt der Himmel, der eben nicht dunkel ist. Im Gegenteil, er ist in einigen Bereichen so hell, dass er die Zweige der Bäume überstrahlt.

Die Aufnahme ist also nicht mit einer Infrarot-Kamera gemacht worden, sondern mit einem „gewöhnlichen“ Sensor im Bereich des sichtbaren Lichtes.

Wieso ist die Aufnahme dann schwarz-weiß?

Umgangssprachlich schwarz-weiß zeigt die Aufnahme verschiedene Graustufen. Solche Bilder entstehen, wenn ein Infrarot-Blitz verwendet wird. Üblicherweise werden hier Wellenlängen von 940 nm verwendet (siehe oben). Diese sind weder für Menschen, noch für Tiere sichtbar. Um Fehlfarben zu vermeiden, werden diese Bilder direkt in Graustufen dargestellt.

Jpg-Bilder können 256 Graustufen darstellen. Bei unbearbeiteten Bildern erwartet man, dass jede dieser Graustufen mehr oder weniger stark besetzt ist. Hat das Bild hohe Kontraste, wird ein Teil der hellen Pixel einheitlich weiß dargestellt und ein Teil der dunklen Pixel einheitlich schwarz.

Bei diesem Bild tritt die erste Besonderheit auf: der hohe Anteil dunkler Pixel liegt nicht bei der Helligkeit 0, sondern im Bereich von 56. Das bedeutet, das Bild wurde künstlich aufgehellt, einige wenige Bereiche ließen sich kaum aufhellen und blieben schwarz.

Histogramm des angeblichen Sasquatch-Bildes

Elster auf Rasen
Foto einer Elster als Beispiel

Histogramm des Elster-Fotos
Histogramm des Elster-Fotos

Was ist mit dem Blitz?

Das Bild wurde offensichtlich mit Hilfe eines Blitzlichtes erstellt. Vermutlich (siehe oben) handelt es sich dabei um einen Infrarotblitz. Der Reflex des Blitzes ist auf dem Auge des (vermeintlichen) Sasquatchs deutlich zu sehen.

eindeutig sichtbarer Rote-Augen-Effekt

Der Lage und Form des Reflexes nach, ist der Blitz rechts über dem Objektiv montiert, jedoch sehr dicht dran. Liegt der Blitz sehr dicht am Objektiv, ruft das den „Rote-Augen-Effekt“ hervor. Dieser vor allem aus den 1990ern bekannte Effekt wird urch die Reflexion des Blitzes durch die stark durchblutete, rote Netzhaut des Auges hervorgerufen. Wenn die Person direkt in das Objektiv blickt, ist der Effekt besonders hervorstechend, tritt aber allgemein immer dann auf, wenn das an der Netzhaut reflektierte Blitzlicht in gerader Linie ins Objektiv zurückfällt. Dies ist hier ganz offenbar der Fall. Trotzdem tritt der Effekt nicht auf.

Hieraus ergibt sich die Frage, ob der Rote-Augen-Effekt auch bei Infrarot-Blitzen von 940 nm auftritt. Die kurze Antwort ist: ja. Die längere Antwort ist: ja, nicht nur beim Menschen, sondern sogar verstärkt bei Tieren. In diesem Artikel sind zwei Bilder zu sehen, in denen der Rote-Augen-Effekt durch Infrarotblitz deutlich auftritt. Ich habe leider kein Bild eines Menschen in einem Infrarot-Blitz gefunden, das ich hier verwenden darf.
Für die ganz kritischen Leser: Die Kamera, die laut Artikel verwendet wurde, war eine SecaCam HomeVista mit 940 nm-Blitz-LED, genaueres in den Links unten.

Um den Rote-Augen-Effekt zu verringern, haben die Kamerahersteller den „Vorblitz“ erfunden. Er regt durch seine Helligkeit die Pupillen dazu an, sich zu schließen und damit weniger Licht ins Auge zu lassen. Auf dem Bild oben sind eindeutig weit geöffnete Pupillen zu sehen. Bei IR-Blitzen, insbesonder den „schwarzen“ mit 940 nm funktioniert der Vorblitz nicht, denn das Licht ist nicht sichtbar. Wie soll das Auge darauf reagieren?

Beim Menschen tritt der Rote-Augen-Effekt nur schwach auf, wir sind, wie die meisten höheren Primaten, an ein Leben am Tag angepasst und haben deswegen kein Licht reflektierendes Tapetum lucidum. Beim Sasquatch ist ähnliches zu erwarten, falls es sich um einen höheren Primaten handelt. Alle anderen in Frage kommenden Tiere, vom Wildschwein über Schwarz- und Grizzlybären bis zum Puma haben ein Tapetum lucidum. Ihre Augen würden das Licht des Blitzes noch deutlich stärker reflektieren, vermutlich würde die Pupille den direkten Umkreis überstrahlen.

Wo wurde das Bild aufgenommen?

Farm in Kanada
Farm in Sasketchewan, nicht unbedingt ein potenzielles Sasquatch-Habitat

Laut der Website eFree News stammt das Bild nicht aus Georgia, sondern wurde von einem Jäger in der Gegend von Manyberries in Kanada aufgenommen. Manyberries liegt in den Great Planes, die Vegetation hier ist von niedrigen Büschen (Name!) und von Gras geprägt, Bäume kann man schon fast als Seltenheit bezeichnen. Ich empfehle eine google-Maps-Tour durch die Gegend.

30 bis 40 km nordöstlich von Manyberries liegen die Cypress Hills, die bewaldet sind. Hier herrschen Banks-Kiefern vor, Laubbäume spielen nur eine geringe Rolle, sie sind oft durch die starken Winde in Krüppelformen gedrückt. Das Bild kann hier nicht entstanden sein.

Nach allem, was über den Sasquatch „bekannt“ ist, handelt es sich um einen Waldbewohner. Ein Großteil der Sichtungen, Vokalisationen und sonstigen Spuren stammt aus Gegenden dichten Waldes. Die First Nations, die in den Wäldern der Rocky Mountains und der Küstenkordilleren bewohnten, sahen im Sasquatch ein reales Wesen. Die Plains-Bewohner unter den First Nations sahen im Sasquatch eher ein Geistwesen, das wenig Zusammenhang mit der realen Welt hatte.

In den Plains von Manyberries wäre ein Sasquatch bei Tag und Nacht aus einigen hundert Metern sichtbar – unpraktisch für ein so diskretes Lebewesen. eFree News teilt die Meinung, dass die Umgebung von Manyberries nach allem, was wir zu wissen glauben, kein Sasquatch-Lebensraum ist.

Doch Georgia?

Georgia als fast subtropischer Bundesstaat mit niedrigen Mischwäldern wirkt hier sehr viel wahrscheinlicher als Ort für das Foto. Dennoch ist dieser Bundesstaat auch kein optimales Sasquatch-Habitat, die Wälder sind zu licht, um so großen Wesen ausreichend Deckung zu bieten. Aus diesem Staat gibt es kaum Sichtungsberichte, so dass davon auszugehen ist, dass er hier nicht bis selten vorkommt.

Um den Ort des Fotos, unabhängig von irgendwelchen Aussagen, zu bestimmen, müsste man wenigstens wissen, was das für Bäume im Hintergrund sind. Die Bestimmung ist aber nicht möglich, Blätter und Rinde sind zu unscharf.

Das Verhalten des Sasquatch

Bisher gelten alle Sasquatches oder wie immer sie lokal genannt werden, als extrem zurückgezogen. Kaum scheint jemand Interesse an ihnen zu haben, sind sie unauffindbar. Vor Wildkameras, gleich welchen Typs ist nie auch nur ein Sasquatch-Hintern zu sehen gewesen. Und jetzt soll sich ein solches Wesen so intensiv mit der Cam „vergnügen“, dass da ein Portrait geschossen werden konnte? Mehr als unglaubwürdig.

Gelegentlich wird von einigen kryptozoologisch Tätigen vermutet, dass Sasquatches die Fähigkeit haben, im nahen IR-Bereich zu sehen. Sie würden dann für uns schwarze Blitze oder Suchstrahler bemerken und vermeiden. Diese Fähigkeit ist auf den ersten Blick nicht auszuschließen, jedoch müsste einmal sensorchemisch überprüft werden, ob die Energie von 940 nm noch ausreicht, um einen Sehvorgang auszulösen. Bisher ist kein Tier bekannt, das diese Fähigkeit hat. Die Wärmesensoren einiger Schlangen basieren auf anderen Prinzipien.

Die Optik der Kamera

Die erste Kritik an dem Foto wurde durch den kaum vorhandenen Schärfeverlauf der Kamera laut. Normalerweise hat eine Kamera einen Bereich maximaler Schärfe, der je nach Optik, Entfernung und anderen Faktoren eine definierte Tiefe, die Schärfentiefe hat. Je weiter ein Objekt von diesem Schärfebereich entfernt ist, um so unschärfer wird es abgebildet. Hier wird der vermeintliche Sasquatch ziemlich scharf und auch der Baumstamm links im Bild ziemlich scharf abgebildet. Ist das möglich? Ja, wenn der Bereich maximaler Schärfe ziemlich groß ist und zwischen den beiden Elementen liegt.

Im weiteren Verlauf des Baumes wird dieser um so unschärfer, um so weiter er von der Kamera entfernt ist.

Genaueres lässt sich erst mit Kenntnis der Kameraoptik sagen. Aber das ist eher eine Sache für Spezialisten, hier steht einiges an Berechnung im Raum.

Das Gesicht in der Kamera

Puma, man beachte die Zeichnung um die Augen

Über das Gesicht habe ich lange gerätselt. Die Iris ist rund, die Pupille auch. Von der weißen Sclera (Lederhaut) ist wenig zu sehen, zu wenig für einen Menschen, aber zu viel für einen Bären oder einen Puma.

Die Größe des Auges ist bemerkenswert, sollte hier kein Weitwinkeleffekt mitspielen, wirkt es fast Gollum-esk. Der rund wirkende Kopf unterstreicht diesen Eindruck noch. Ein heller Streifen liegt über dem Auge. Einige Großkatzen wie der Puma haben solche Streifen – unter dem Auge. Die Haare wirken dünn, aber ubiquitär, Brauen oder Vibrissen scheinen zu fehlen. Vom Auge geht ein dunkler Strich nach oben. Dreht man das Bild um 180°, wirkt er wie die Nasenbegrenzung eines Pumas.

Für einen Puma ist dann allerdings der Kopf zu hoch. Das Ohr ist noch seltsamer. Es steht seitlich am Kopf, wirkt unbewegt. Jedes aufmerksame Tier hätte das Ohr nach vorne gedreht – und ein Tier, das eine Trailcam untersucht, ist aufmerksam.

Insgesamt wirkt der Kopf, als wäre er aus unterschiedlichen, teilweise auf dem Kopf stehenden Elementen zusammengebaut.

Fazit

Die Herkunft des Bildes ist mehr als unklar, zumal es sich bei dem Bild aus dem Web nicht um ein Original, sondern mindestens um eine beschnittene und aufgehellte Version handelt. Die Lokalisierung aufgrund der Bäume oder anderen Bildinhaltes ist nicht möglich.

Das Gesicht wirkt wie ein Modell, ob nun physisch in die Kamera gehalten oder elektronisch ins Bild kopiert, ist unklar. Selbst wenn es sich nicht um ein Modell handeln sollte, hat es sehr wenig Ähnlichkeit mit dem Aussehen, das man bisher von Sasquatches kennt.

Letztlich besagt das alles nicht viel, denn durch den fehlenden Rote-Augen-Effekt ist eindeutig belegt, dass es sich hierbei um ein Fake handelt.


Literatur:

Stern: Die besten 9 Wildkameras im Vergleich … Hier gibt es tiefergehende Informationen zu Infrarotblitzen, lesenswert, wenn man tiefer in die Materie einsteigen will.

Wikipedia: Cypress Hills

Wikipedia: Rote-Augen-Effekt

Wildkameratest: Imker kurz vor der Verzweiflung

Wildkameratest: SecaCam Homevista

Reddit: New Episode of Apes among us

eFree News: Bigfoot caught looking in trail cam





Presseschau Kalenderwoche 38/2019

Wie immer montags gibt es auch heute die Presseschau. Diese Woche war unglaublich viel in den Medien, so gibt’s auch eine Menge zu erfahren.

Viel Spaß beim Lesen.


Schwarzer Panther vor dem Fenster einer Dachwohnung
Ein Fenster einer typisch französischen Dachwohnung – nur der schwarze Panther passt nicht dazu.

Alien Big Cat in Frankreich: Panther ausgerissen und eingefangen

Eine junge Großkatze hat die französische Stadt Armentières (zwischen Lille und Ypern) unsicher gemacht. Das Tier war am vergangenen Donnerstag, 19.09.19 am frühen Abend ausgerissen und zunächst die Dächer in der näheren Umgebung erkundet. Nachdem der schwarze Leopard einige Stockwerke herabgestiegen war, sprang das Tier in eine Wohnung. Eine 15jährige, die sich in der Wohnung aufhielt, flüchtete geistesgegenwärtig.

Der alarmierte Amtstierarzt konnte den 20 kg schweren Leoparden betäuben und einfangen. Nach seinen Angaben war das Tier bei sehr guter Gesundheit und gut gepflegt, einschließlich gekürzter Krallen. Das etwa fünf bis sechs Monate alte Tier zeigte sich neugierig und in keinem Fall aggressiv. Polizei und Amtstierarzt haben den Leoparden an eine Auffangstation weiter gegeben. Der Halter ist bekannt, konnte bisher jedoch nicht angetroffen werden.


Kryptozoologen des Jahres gekürt

Die drei Kryptozoologen des Jahres
Das Trio aus Texas: Ken Gerhard, Craig Woolheater und Lyle Blackburn (v. li.) (Foto: Cryptozoonews)

Seit Jahren ehrt Loren Coleman als Betreiber der Bogs Cryptomundo/Cryptozoonews den Kryptozoologen des Jahres. Dieses Jahr wird das „Trio von Texas“ aus Craig Woolheater, Lyle Blackburn und Ken Gerhard mit dem goldenen Yeti ausgezeichnet. Die beiden ersten Autoren arbeiten hauptsächlich im Umfeld des Texas-Sasquatch, während Ken Gerhard breiter aufgestellt ist und sich auch mit anderen Kryptiden befasst.

Quelle: Cryptozoonews


Der Common Yellowthroat ist auch betroffen

Drei Milliarden Vögel fehlen – alleine in Nordamerika

Vogelzählungen haben es belegt: Seit 1970 hat der nordamerikanische Kontinent 3 Milliarden Vögel verloren. Hauptsächlich trifft es Kleinvögel: Die Menge der Feld-, Wald-, Wiesen- und Gartenvögel sank um 29%. Mehr als 90 Prozent des Rückgangs entfallen auf zwölf Vogelarten, darunter Spatzen, Finken, Drosseln und Grasmücken. Die Gründe sind allgemein bekannt: Intensive Landwirtschaft, Lebensraumzerstörung und -vergiftung. Sollte es bei uns anders sein?

Quelle: Science, Connel University


Chinesisches „Seeungeheuer“ geborgen

Seit einigen Tagen geht ein Video durchs Netz, das angeblich ein Seeungeheuer im Jangtsekiang zeigt. Ein nicht erkennbares Objekt unbestimmter Größe schlängelt sich durchs Wasser. Jetzt hat Andreas Müller von grenzwissenschaften-aktuell.de im wahrsten Sinne des Wortes „enthüllt“, um was es sich dabei handelt: Link zum Artikel bei grenzwissenschaften-aktuell


Denisova-Hominiden bekommen ein Gesicht

Künstlerische Darstellung des Denisova-Hominiden
Eine junge Denisova-Frau mit etwas abwertendem Blick. (Image: Maayan Harel)

Die Denisova-Hominiden waren bisher bestenfalls geheimnisvoll. Mehr als ein Teil eines Fingerknochens und ein Backenzahn sind von ihnen nicht bekannt. Jetzt haben Wissenschaftler der Hebräischen Universität in Jerusalem anhand der DNA die erste Rekonstruktion dieser Menschenart versucht. „Wir bieten die erste Rekonstruktion der Anatomie des Skeletts von Denisova-Urmenschen“, sagte Studienteilnehmer Liran Carmel von der Abteilung für Genetik in einer Pressemitteilung.

Um unsere älteren Verwandten zu rekonstruieren, hat die Arbeitsgruppe die DNA und deren Methylierung von rezenten Menschen, Neanderthalern und Denisova-Hominiden verglichen. Dabei haben sie 56 Unterschiede herausgearbeitet, die sich auf die Anatomie auswirken. 34 dieser Eigenheiten bezogen sich auf den Schädel. So hatten die Denisova-Hominiden ähnlich wie die europäische Schwesterart, der Neanderthaler ein hervorstehendes Gesicht und ein breites Becken. Autapomorphien der Denisovas waren ein verlängerter Zahnbogen und das breitere Gesicht, so die Forscher.

„Am Ende ist natürlich auch eine künstlerische Note in solchen Rekonstruktionen“, erklärt Ottmar Kullmer, Paläoanthropologe beim Senckenberg Museum in Frankfurt am Main.

Originalarbeit: Reconstructing Denisovan Anatomy Using DNA Methylation Maps


Miozönes Fossil bringt neues Licht in den aufrechten Gang des Menschen

Menschenaffenskelette nach Ernst Haeckel
Ernst Haeckels (historische) Darstellung der Skelette der Menschenaffen und des Menschen. Die Hüfte des Menschen ist vergleichsweise zierlich und der untere Rücken sehr frei beweglich

In der menschlichen Evolution ist noch vieles unklar, aber nichts ist so wenig geklärt, wie die Entwicklung des aufrechten, zweibeinigen Ganges. Die letzten bisher bekannten gemeinsamen Vorfahren von Menschenaffen und Mensch liefen auf allen Vieren. Die ersten bekannten Vertreter nach der Abspaltung wie Sahelanthropus oder Orrorin liefen bereits aufrecht. Ein Fossil aus Ungarn bringt jetzt mehr Licht ins Dunkel der Vergangenheit:

Rudapithecus hungaricus war einer der letzten gemeinsamen Vorfahren zwischen Schimpanse und Menschen und lebte im heutigen Ungarn. Das einzige Fossil ist unvollständig, daher wandten Professor David Begun (Uni Toronto), Dr. Carol Ward (Uni of Missouri’s) und Mitarbeiter eine neue 3D Darstellungsmethode an, um das Skelett zu komplettieren. Dies verglichen sie dann mit modernen Tieren:

Rudapithecus hungaricus war ziemlich affenähnlich und bewegte sich vermutlich zwischen den Ästen, wie Menschenaffen es heute tun: Mit aufgerichtetem Körper kletterte er mit den Armen.“, erklärt Dr. Ward. Moderne Affen haben hohe Becken und einen kürzeren Lendenbereich, während Menschen flexibler in der Lende sind, was ihnen erlaubt, aufrecht zu stehen und effektiv auf zwei Beinen zu gehen. Das ist ein Schlüsselmerkmal der menschlichen Evolution.Die Veränderung des Rückens und des Beckens waren also zur Menschwerdung zwingend notwendig.

„Wenn sich Menschen aus Menschenaffen entwickelt haben, die wie Schimpansen oder Gorillas gebaut waren, hätte das eine substanzielle Änderung im Lenden- und Beckenbereich erfordert. Hätten sie sich aus Vorfahren wie Rudapithecus hungaricus entwickelt, wäre diese Veränderung viel einfacher vonstatten gegangen“ sagt Dr. Ward. „Wir können sagen, dass Rudapithecus einen wesentlich flexibleren Torso hat, als heutige afrikanische Menschenaffen, weil er viel kleiner war. Er hatte nur die Größe eines mittleren Hundes. Das ist etwas Besonderes, weil unsere Befunde die Vorstellung unterstützen, dass unsere Vorfahren nicht so gebaut waren, wie moderne afrikanische Menschenaffen.“

Anm. d. Red.: Dr. Ward drückt sich wissenschaftlich zurückhaltend aus. Sie meint, dass die Vorstellung, wir würden von Affen abstammen, die quasi den heutigen Schimpansen entsprechen, nicht zutrifft. Statt dessen setzt sie eine wesentlich kleinere Art wie Rudapithecus an diese Schlüsselstelle und lässt Menschenaffen und Mensch gleichermaßen evolutionär wachsen. So wird das (Denk-)Problem der Affenhüfte nicht nur umgangen, es tritt gar nicht erst auf.

Originalarbeit:

Carol V. Ward et al. A late Miocene hominid partial pelvis from Hungary. Journal of Human Evolution, published online September 17, 2019; doi: 10.1016/j.jhevol.2019.102645


Museumssammlung klärt die Biologie der Riesensalamander

Riesensalamander stellen, wie schon der Name sagt, die größten, rezenten Amphibien. Bisher ging man von je einer Art in China, Japan und den Rocky Mountains aus, doch genauere Untersuchungen zeigten, dass die chinesischen Riesensalamander drei verschiedenen Arten angehören: Andrias davidianus ist im Einzugsgebiet des Jangtsekiang verbreitet, die neu beschriebene Art Andrias sligoi lebt im Einzugsbereich des Perlflusses, eine dritte bisher noch nicht beschriebene chinesische Riesensalamanderart kommt in Bächen und Flüssen vor, die dem Huang Shan-Gebirge entspringen.

Andrias sligoi gilt dabei als das größte, rezente Amphibium, das früher eine Länge von 6,6 Fuß, als etwa 2 m erreichen konnte. Heute werden solche Größen vermutlich nicht mehr erreicht. Das Typusexemplat von A. sligoi gelangte als „normaler Salamander“ in 1920er Jahren in den Zoo London. Dort lebte es etwa 20 Jahre lang, bis es verstarb und in der Amphibiensammlung des Natural History Museum aufbewahrt wurde. Jetzt diente es der Beschreibung der Art A. sligoi. Die Verwendung ehemaliger Zootiere als Typusexemplare ist umstritten.

Der deutsche Autor Michael Schneider postuliert eine ausgestorbene oder aussterbende Art der Riesensalamander in den Alpen. Er führt die Legende des Tatzelwurms auf diese Tiere zurück.

Originalarbeit:

Samuel T. Turvey, et al. 2019. Historical Museum Collections Clarify the Evolutionary History of Cryptic Species Radiation in the World’s Largest Amphibians. Ecology and Evolution. DOI: 10.1002/ece3.5257


Puma im Bad (California Department of Fish and Wildlife via AP)

Noch eine Alien Big Cat – oder Alien Bathroom Cat?

Das Bad ist besetzt. Dauerhaft!

Am vergangenen Sonntag, 15.9.2019 verirrte sich ein Puma im Haus einer Familie in Sonora (Nord Kalifornien). Als die Familie die Haustür öffnete, um zu lüften, kam der Puma mit hinein. Als sich die Familie und die Großkatze trafen, flüchteten alle. Der Puma sprang ins Badezimmer und blieb dort, bis Mitarbeiter der Polizei und Wildlife Officers ihn dazu bringen konnten, aus dem Fenster zu springen.

In den USA und Kanada kommt es immer wieder zum Zusammentreffen mit wilden Pumas. Normalerweise verlaufen diese harmlos, Pumas gelten nicht als aggressiv und sind eher scheu. Unfälle mit den Tieren sind sehr selten, aber wenn, dann oft schwerwiegend.


Erster fleischfressender Dinosaurier in der Schweiz entdeckt

Der Standard berichtet:

„Bei Ausgrabungen in der Tongrube Gruhalde in der Schweizer Gemeinde Frick (Kanton Aargau) haben Forscher die Überreste eines frühen Raubsaurier-Vertreters freigelegt. Nach ersten Analysen handelt es sich offenbar um eine bisher unbekannte Spezies, die Marion Zahner und Winand Brinkmann von der Universität Zürich nun im Fachblatt „Nature Ecology & Evolution“ beschreiben.

Das noch nicht ausgewachsene Tier lebte zur Zeit der späten Trias vor rund 210 Millionen Jahren und war zwischen 2,6 und drei Meter lang. Der Fund ist für Schweizer Verhältnisse vor allem deshalb spektakulär, weil es sich um den ersten Skelettfund eines Raubdinosauriers in der Schweiz handelt.“

Die Art wurde als Notatesseraeraptor frickensis beschrieben und ist der erste fleischfressende Dinosaurier, der in der Schweiz gefunden wurde. Er steht noch sehr an der Basis der sich entwickelnden Dinosaurier und teilt Merkmale mit dem vergleichsweise ursprünglichen Coelophysis wie dem moderneren Dilophosaurus.

Quelle: Der Standard: Bisher unbekannte Raubsaurierart in der Schweiz entdeckt; 12.07.2019

Originalarbeit: A Triassic averostran-line theropod from Switzerland and the early evolution of dinosaurs; Nature ecology & evolution; https://doi.org/10.1038/s41559-019-0941-z


Berlin-Brandenburg: Fischer fordern Ausgleichszahlungen für Renaturierungsfolgen

Seit die Biber wieder eingeführt wurden, vermehren sie sich gut und werden in einigen Gebieten bereits lästig. Foto: Harald Olsen

Dass die Trockenheit den Binnenfischern in Berlin-Brandenburg zu schaffen macht, ist noch zu verstehen. Doch die Fischer fordern Ausgleichszahlungen für die Folgen der Renaturierung: „Kormoranschwärme fressen die Fische auf. Biber verwandeln naturbelassene Bäche und Flüsse in „Stauseeketten“, die keinen Lebensraum mehr für bedrohte Fischarten wie Lachs und Bachneunauge bieten. Auch an den Dämmen der Teichanlagen entstehen finanzielle Schäden durch die Biber.“ so klagt der Landesfischereiverband Brandenburg/Berlin.

Entweder hat man Spaß zu jammern oder will etwas vom großen Kuchen der Wolfs-Ausgleichsfonds abhaben. Die Argumente wirken vorgeschoben, da die Fischer in Brandenburg keineswegs von Tieren wie Lachs oder Bachneunaugen leben (hat schon einmal jemand ein Bachneunauge an einem Fischstand oder auf einer Speisekarte gesehen?). Die Fischerei in der Gegend lebt hauptsächlich von Karpfen, Zandern, Coregonen und vom Verkauf von Angellizenzen und -zubehör an Urlauber. Lediglich die Klagen über Schäden durch grabende Biber in den Dämmen der Teichanlagen sind zu verstehen. Hier sollte ein Ausgleich „rasch und unbürokratisch erfolgen“


Tüpfelzebra mit Mutter
Das junge Tüpfel-Zebra folgt seiner Mutter. Foto: Netzfund

Seltenes Tüpfel-Zebra geboren

Kaum auf der Welt, schon ein Liebling des Internets: in der berühmten Masai Mara in Kenia ist ein Steppenzebra (Equus quagga boehmi*) geboren worden, das keine Streifen, sondern Tüpfel trägt. Das Jungtier wurde im Juli von Masai-Guide Antony Tira entdeckt. Der National Geographic-Fotograf Frank Liu konnte das Tier als erster fotografieren. Es zeigt eine Störung in der Farbentwicklung, die Pseudomelanismus genannt wird.

Pseudomelanistische Zebras sind selten. Das erste Jungtier dieser Farbvariante wurde am Okavango in Botsuana entdeckt. Meist haben aberrant gefärbte Individuen schlechtere Überlebenschancen. Raubtiere können sich auf Einzelindividuen in Herden sehr ähnlicher Tiere schlecht konzentrieren, aber sehr dunkle oder helle Tiere stechen zu sehr heraus.


Robbe vereitelt 625 Millionen €-Drogendeal

Australischer Seelöwe ruft
Rufender Australischer Seelöwe, ohne Drogendealer. Foto: Cody Pope CC 2.5

Die Westaustralische Polizei kann einen großen Erfolg vermelden. Sie konnte zwei Drogendealer dingfest machen und 1000 kg Drogen sicherstellen. Der große Fang gelang nur durch die tatkräftige Mithilfe eines Australischen Seelöwenbullen Neophoca cinerea. Die Dealer hatten Pakete mit Kokain, Extasy und Methamphitamin am Strand einer kleinen Insel vor der Küste Geraldtons unter angeschwemmten Tangen und Algen verborgen.

Am Montag (2. September) gegen 16:00 Uhr berichteten Mitglieder der Gemeinde, dass eine 15-Meter-Yacht mit dem Namen „Zero“ in der Nähe einer der Abrolhos-Inseln etwa 60 km westlich von Geraldton, zum einem Riff gedriftet war. Dies löste am folgenden Tag eine Such- und Rettungsaktion aus, die zur Festnahme eines 51jährigen Franzosen und eines 34jährigen britischen Staatsbürgers führte.

Als die beiden die Drogen umladen wollten, bemerkten sie, dass eine „große Robbe“ zwischen ihnen und ihrem Schmuggelgut lag. Aufgeschreckt durch ein tief fliegendes Flugzeug der Polizei bemerkte die Robbe die beiden Eindringlinge, richtete sich auf und bellte sie an. Bei der Wahl, sich mit einem ungehaltenen, 300 kg schweren Seelöwen anzulegen oder sich der Polizei zu ergeben, wählten der Brite und der Franzose die Handschellen. Die Entscheidung war sicherlich gesünder, dürfte aber langfristige Folgen für die beiden haben: eine langjährige Haftstrafe dürfte sie erwarten.

Australische Seelöwen sind zwar nur „mittelgroß“, die Bullen erreichen aber aufgerichtet deutlich mehr als 1 m Höhe. Sie gelten nach den Mähnenrobben als die aggressivsten Ohrenrobben. Da aufgerichtete Vorderkörper unter den Ohrenrobben (und See-Elefanten) als Aufforderung zum Kampf gelten, werden aufrecht gehende Menschen immer wieder angegriffen. Theoretisch kann man diese Verhaltensweise ausschalten, indem man sich auf den Boden legt, aber wer möchte schon angesichts eines 300 bis 500 kg schweren, wütenden Tieres seine Bewegungsfähigkeit stark einschränken?

Pressemeldung der West Australia Police


Erste Tatzenabdrücke von Säbelzahnkatzen gefunden – sie sind riesig!

Im berühmten Miramar-Tal in Argentinien haben Forscher die ersten fossilen Tatzenabdrücke von Säbelzahnkatzen gefunden. Vier Abdrücke wurden im letzten Jahr ausgegraben. Sie sind deutlich größer als die Abdrücke rezenter Tiger und haben in einem Fall eine Breite von 19,2 cm!

Die Spuren entstanden vor etwa 50.000 Jahren. Vermutlich stammen sie von der Säbelzahlkatze Smilodon populator.

Quelle: Science Magazin: First fossil footprints of saber-toothed cats are bigger than Bengal tiger paws


Angebliches Bgfoot-Foto
Das angebliche Bigfoot-Foto. Urheber unbekannt

Angebliches Sasquatch-Foto auf Wildkamera geht durchs Netz

Ein Foto einer Wildkamera, das im US-Bundesstaat Georgia aufgenommen wurde, zeigt ein Teil des Gesichtes eines jungen, neugierigen Sasquatch. Dies und ähnliche Dinge gehen im Netz herum, wie ein Lauffeuer. Offenbar haben sich wenige Menschen die Mühe gemacht, das Ganze zu überprüfen, bevor sie den angeblichen Beweis für die Existenz des Sasquatch feiern.

Die Betreiber von 401-Files haben sich Gedanken zu diesem Bild gemacht und bereits erste Unstimmigkeiten herausgefunden. Wir gehen der Sache ebenfalls nach und halten euch auf dem Laufenden.


Australien: Samenbank für Bullensperma explodiert

Die „Bank sprengen“ ist ein häufiges Thema in heist-Movies, entweder geht es um ein Spielkasino oder den Tresorraum einer prominenten Bankniederlassung,  aber dass eine Samenbank, und dann auch noch eine für Bullensperma dabei explodiert, kommt eher selten vor.

Der Yarram Herd Service in Yarram (ca. 170 km südöstlich von Melbourne) speichert Bullensperma, um Kühe künstlich zu befruchten. Am Dienstag, den 17.09.2019 kam es in einem Gebäude der Organisation zu einem verheerenden Feuer. Während die lokale Feuerwehr von außen versuchte, das Feuer zu bekämpfen, explodierten drinnen immer wieder Krypotanks mit flüssigem Stickstoff. Fire Commander Chris Loeschenkohl sagte hierzu: „Die Flüssigkeit im Innern der Zylinder dehnte sich rasch aus. Gerade die Deckel der kryogenen Zylinder poppten ab und schossen wie Projektile durch Gebäude.“

Erst nach zwei Stunden konnte die Feuerwehr das Feuer unter Kontrolle bringen. Das Gebäude brannte vollständig aus, die Feuerwehr konnte das Übergreifen der Flammen auf Nachbarhäuser verhindern. Da die Zeit für die künstliche Befruchtung bei Rindern in Australien demnächst ansteht, waren die Kryobehälter gut gefüllt. Die Gesamt-Schadenshöhe ist noch nicht geschätzt.

Read more: https://metro.co.uk/2019/09/17/bull-semen-explosion-yarram-herd-services-fire-rips-building-10757047/?ito=cbshare


Reinhold Messner wird 75

Der Südtiroler Bergsteiger und Ex-Extremsportler Reinhold Messer wurde am 17. September 75 Jahre alt. Kryptozoologen ist er vor allem durch seine Äußerungen und später sein Buch zum Yeti bekannt. Als ausgesprochener Kenner der Himalaya- und Tibet-Kulturen hat er sehr wertvolle Beiträge zum Yeti beisteuern können, weit mehr, als die meisten anderen westlichen Untersucher.

Messner tritt seit vielen Jahren für den Schutz der Umwelt alpiner und arktischer Regionen ein. Das wurde ihm lange übel genommen, da man glaubte bzw. glauben wollte, er wolle die Berge für sich haben. Jetzt, wo die Folgen ungeregelten Tourismusses in den Bergen überall sichtbar sind, zeigt sich, wie Recht er hatte.

Das von ihm gegründete Messer Mountain Museum verteilt sich auf sechs Standorte mit verschiedenen Themen zu Bergen und Bergbewohnern.


Hornissenschwarm setzt Rettungswagen außer Kraft

In Schermbeck (Niederrhein) hat sich am Montag während der Vorbereitung eines Krankentransportes ein kleiner Schwarm Hornissen in einem Krankenwagen häuslich eingerichtet. Die Sanitäter hatten die Türen offen gelassen, als sie den Transport eines Kranken vorbereiteten. Erst als der Transportgast in den Wagen gebracht wurde, bemerkten sie die etwa 25 Insekten.

Der Krankentransport wurde mit einem anderen Fahrzeug durchgeführt, die alarmierte Feuerwehr blies die Hornissen mit einem Hochleistungslüfter aus dem Auto. Wo sich der Schwarm dann niederlies, ist unbekannt.


Feld-Ornithologisches

Der letzte Woche beobachtete Jungfernkranich ist nach wie vor im Tister Bauernmoor. Auf Amrum haben Vogelbeobachter vier Helm-Perlhühner entdeckt. Diese Hühnervögel sind sicherlich irgendwo entwichen, denn sonst stammen sie aus den trockeneren Gebieten Afrikas südlich der Sahara.


Zu guter Letzt:

Bald ist es wieder so weit. Nach den ersten kalten Nächten kommen die Rothirsche in die Brunft…




Freitagnacht-Kryptos: Das Geheimnis des blauen Honigs

Bienen sammeln blauen Honig

Im Juni 2014 meldete der WDR: Seit einigen Tagen stehen vier Hobbyimker in Hamm (NRW) vor einem Rätsel: Ihre Bienen sammelten blauen Honig.

Bienen machen Honig, indem sie zuckerhaltigen Nektar sammeln, aber wo kommt die blaue Farbe her?

So seltsam diese Tracht auch wirkt, man musste leider von einer Verunreinigung ausgehen, was auch die Landwirtschaftskammer in Münster gestern bestätigte: Die Verfärbung wird durch eine gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittelfarbe verursacht. Leider war nach kurzer Websuche nicht herauszufinden, um welchen Farbstoff es sich handelt.

Laut WDR vermuten Imker und Kreisveterinäramt, dass die Bienen Reste aus der Süßwarenproduktion aufgenommen haben. Das benachbarte Unternehmen habe Fässer mit Produktionsresten wohl nicht richtig verschlossen.

Die Landwirtschaftskammer Münster bestätigte, dass der Honig gesundheitlich unbedenklich sei, aber dennoch nicht verkauft werden dürfe. Honig unterliegt einem Reinheitsgebot und darf keine künstlichen Farbstoffe enthalten, auch wenn die Bienen sie gesammelt haben.

Da der jetzt, nach der Hauptblütezeit gesammelte Honig den Bienen als Wintervorrat dient, müssen die Imker die Waben erneut abschleudern. Unklar ist nämlich, ob der blaue Honig im Winter kristallisiert und damit für die Bienen nicht nutzbar ist. Dann müssten die Bienen verhungern. Um die Bienen dennoch durch den Winter zu bekommen, stellen die Imker Schalen mit Zuckerwasser auf, sobald die Waben wieder befüllt werden können.

Farbiger Honig ist nicht das erste Mal aufgetreten. Im Herbst 2012 brachten Bienen im französischen Ribeauvillé nicht nur blauen, sondern auch grünen und roten Sirup in den Stock. Sie hatten sich bei einem Biogashersteller versorgt, der Reste aus der Produktion der bekannten M&Ms verwertet.

Blauer Honig aus Carolina, einmalig in der Welt

Blauer Honig aus Fayetteville
Blauer Carolina-Honig

In der Gegend von Fayetteville, North Carolina, USA produzieren Bienen immer wieder blauen Honig.Jedoch scheint das nicht reproduzierbar zu sein. „It comes on its own. You really can’t say well, we’re gonna get blue honey here this year. Next year we may get it. Next year we may not,“ said Jim Norfleet, Barkeeper und Hobby-Imker im Scotland-County in North Carolina. Trägt ein Bienenvolk blauen Honig ein, ist das ein besonderer Glücksfall, denn die Imker können ihn teuer verkaufen.

Reproduzierbar ist es nicht. Niemand weiß sicher, welche Pflanzen Nektar produzieren, der sich bei der Honigreife blau verfärbt. Die einen Imker glauben, es handle sich um den Nektar noch nicht identifizierter Pflanzen, die nur in der Gegend um Fayetteville vorkommen. Andere wiederum stellen ihre Bienenstöcke an Stellen auf, wo wilde Blaubeeren wachsen – In der Hoffnung, dass die Bienen den Saft geplatzter Blaubeeren sammeln und so den Honig blau machen.

Am Ende ist es der Zufall, der einem Imker blauen Honig beschert. Wer weiß schon genau, wo seine Bienen überall herumfliegen?

Literatur:

„Blue Honey“ – NC Mysterious Treat for 100 Years

The Mystery of Blue Honey


Dieser Beitrag ist in der Reihe „Freitagnacht-Kryptos“ erschienen und unterliegt dem Urheberrecht des oben genannten Autors.

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