Presseschau Kalenderwoche 36/2019

Wie immer montags gibt es auch heute die Presseschau mit Meldungen aus Zoologie, Kryptozoologie und Tierischem zum Schmunzeln aus der vergangenen Woche. Viel Spaß beim Lesen.


4 m-Stör im New Yorker Hudson River lässt Hoffnung aufkommen

Biologen und Geologen haben im Hudson River, in der Nähe des Hauses von Präsident Franklin Delano Roosevelt mit Hilfe eines Site Scan Sonars einen riesigen Stör (Acipenser oxyrhynchus*) beobachtet. Sie waren bereits im März diesen Jahres unterwegs, um herauszufinden, ob ein Ankerplatz, an dem sich früher Störe sammelten, ausgebaut werden kann.

Modell eines Störs vor schwarzem Hintergrund
Ein Stör erscheint plötzlich im schwarzen Wasser (Modell im Zoologischen Museum Hamburg)

Wie um diese Jahreszeit zu erwarten, konnten sie auch den ein oder anderen Stör beobachten … und da war der eine Riese! Das Sonar enthüllte einen Stör, der ungefähr doppelt so lang war wie alles, was an diesem Tag zu sehen war – sicher geschätzt auf etwas mehr als 14 Fuß (ca. 4,25 m) von der Nase bis zur Schwanzspitze. Das ist eine Größe, die vor Jahrzehnten, ja selbst vor einem Jahrhundert, als Seltenheit galt.

Amanda Higgs, eine staatliche Biologin, die seit mehr als einem Jahrzehnt Hudson-Störe markiert, war an diesem Tag auf dem Wasser und arbeitete in der Nähe. Als sich die Nachricht von der Sichtung verbreitete, hatte sie eine Reaktion, die an eine berühmte Szene im Film Jaws erinnert: „Wir brauchen ein größeres Boot!“.

Kommen mehr Störe?

Die Biologen hoffen, dass mit Verbesserung der Wasserqualität auch mehr Störe aufwachsen. Ein Tier von über 4 m Länge wird entsprechende Mengen Laich produzieren, um hoffentlich viel Nachwuchs zu bekommen.

Der Atlantische Stör Acipenser oxyrhinchus* kommt auf beiden Seiten des Nordatlantiks vor. Er verbringt sein Leben im Meer, mehr oder weniger in Küstennähe und wandert zum Laichen in die Ströme ein. Er gehört zu den Tieren, die als erste von Umweltverschmutzung, Flußverbauung und Überfischung getroffen wurden. In Europa brachen die Bestände schon im 19. Jahrhundert ein. Wie sein Vetter Acipenser sturio steht er auf dieser Seite des Atlantiks kurz vor dem Aussterben.  In Amerika ist seine Situation nur unwesentlich besser. Dennoch tauchen immer mal wieder einzelne Exemplare außergewöhnlicher Größe auf.

Quelle:

National Geographic: 14-foot fish spotted in river, giving hope to vanished giant’s return


Hahn tötet Farmerin

Eine Verkettung unglücklicher Umstände hat dazu geführt, dass ein Hahn im Hinterland der australischen Stadt Adelaide eine Bäuerin getötet hat.

Die 76jährige Frau wollte Eier einsammeln, als der Hahn sie aus noch ungekärten Gründen angriff. Dabei stieß er mit dem Schnabel immer wieder gegen die Beine der Hühnerhalterin – und erwischte eine Krampfader. Die Verletzung führte zu einem hohen Blutverlust, in Folge dessen einem Kreislaufzusammenbruch und schließlich zum Tod der Dame.

Quelle ABC Australian TV


Wo sind die weißen Haie hin?

Eine der berühmtesten Locations, um Weiße Haie zu beobachten und (im Käfig) mit ihnen zu tauchen, ist die False Bay in Südafrika. Shark-Spotter, die die Bucht laufend beobachten, um Wassersportler vor Haien zu warnen, haben dieses Jahr keinen einzigen Weißen Hai registriert. Auch Shark-Watcher-Boote konnten keine Sichtung vermelden. Selbst mit Pinger markierte Haie haben für keinen einzigen Ping in der Bucht seit Januar 2017 gesorgt und auf Walkadavern fehlen die charakteristischen Weißhai-Bissmarken.

Normalerweise gibt es in der Bucht mehr als 200 Sichtungen im Jahr, jetzt sind sie unerwartet komplett verschwunden.

Ein Grund könnte das Auftauchen größerer Räuber gewesen sein. Seit 2015 kommen zwei Orca-Bullen regelmäßig in die Bucht. Sie sind als Port und Starboard bekannt, weil ihre Rückenflossen -wie bei Orcas aus Delfinarien- zur Seite gefallen sind, eine nach links, eine nach rechts. Diese Tiere sind dafür bekannt, große Haie zu jagen und deren Leber zu fressen. Sie jagen regelmäßig in der Bucht, vor allem die lokalen Siebenkiemerhaie Notorynchus cepedianus. Vor Südafrika wurden aber auch einige Weißhai-Kadaver mit präzise entfernter Leber gefunden. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Weiße Haie Gegenden großflächig und längere Zeit meiden, in denen haifressende Orcas auftauchen.

Das Abwandern der Haie könnte aber noch andere Gründe haben. Die Beute, in erster Linie Südafrikanische Seebären, könnten andere Wanderwege benutzen, Überfischung und Verschmutzung der Bucht sind jedoch ebenfalls wahrscheinlich. Möglicherweise sind die Weißen Haie gar nicht weit gewandert. Im 100 km enfernten Gansbaai meldeten Käfigtauchveranstalter die ersten Kontakte dieses Jahr.

In der False Bay haben indessen die Siebenkiemerhaie angefangen, die Nische der Weißen Haie zu erobern. Wissenschaftler haben beobachtet, wie sie Seebären an der Oberfläche jagen, ein Verhalten, das sie nie zeigten, wenn Weiße Haie in der Bucht waren.

Quelle: Science Magazin


Am Bodensee sterben die Vögel aus

Rauchschwalbe füttert drei fast flügge Jungvögel
Als Fluginsekten-Fresser sind die Rauchschwalben ganz besonders vom Insektensterben betroffen

Das bereits beobachtete Insektensterben wirkt sich massiv auf die Vögel aus. Wissenschaftler der Ornithologischen Arbeitsgruppe Bodensee und des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie haben über viele Jahre die Vögel am Bodensee gezählt. 1980 lebten hier noch rund 465.000 Brutpaare, 2012 nur noch 345.000. Dies spiegelt auch einen europaweiten Abwärtstrend wider.

„Das einstmals in der Agrarlandschaft häufige Rebhuhn zum Beispiel ist rund um den Bodensee inzwischen ausgestorben. Auch Raubwürger, Wiesenpieper und Steinkauz gibt es dort heute nicht mehr“, sagt Hans-Günther Bauer, einer der Autoren des Beitrags, der in der Zeitschrift „Vogelwelt“ erschienen ist. Auch andere Regionen sind von dem Vogelsterben betroffen, besonders im westlichen und südlichen Deutschland. Für die Wissenschaftler ist die heutige „aufgeräumte“ Agrarlandschaft ein vogelfeindliches Gebiet.

Einer der Hauptgründe für den Rückgang ist Nahrungsmangel. Entsprechend dem Rückgang der Insekten gehen auch die insektenfressenden Vögel am stärksten zurück: Die Gilde der Fluginsekten-fressenden Vögel ist um 75% eingebrochen, die der Boden-Wirbellosenfresser um 57%.

„Dies bestätigt, was wir schon länger vermutet haben: Das durch den Menschen verursachte Insektensterben wirkt sich massiv auf unsere Vögel aus“, erklärt Bauer.

„Eigentlich nichts Neues“ meint die Redaktion, „das hat die Biologin und Autorin Rachel Carlson in ihrem Buch ‚Silent Spring‘ bereits 1962 vorhergesagt.“

Wer mehr lesen möchte: Conservation Biology https://doi.org/10.1111/cobi.13307


Kuh Yvonne / Angie auf Gnadenhof verstorben

Die aus verschiedenen Medien bekannte Kuh Yvonne ist tot. Yvonne wurde 2005 unter dem Namen Angie geboren und wurde zunächst als Milchkuh im österreichischen Liesertal gehalten. Sie war damals bereits als nervöses und potenziell gefährliches Tier bekannt. Als sie 2011 an einen Landwirt im Kreis Mühldorf am Inn verkauft wurde, büchste sie aus und verschwand in einem Waldgebiet bei Palmberg und im Taubental. Trotz großer Mühe war sie zeitweise nicht aufzufinden, obwohl sie sich gelegentlich auf offenem Feld sehen ließ. Sie schien dabei sehr schnell zu den Instinkten eines Wildtieres zurück zu finden. Ihren Schlafrythmus stellte sie bald um, schlief tagsüber im Wald und graste abends und im Morgengrauen.

Yvonne sorgte passend zum Sommerloch für einen großen Medienhype, vor allem in den sozialen Netzwerken. Als sie dann am 1. September endlich eingefangen werden konnte, war es natürlich völlig ausgeschlossen, das Tier einfach weiter zu mästen und schließlich schlachten zu lassen. Deswegen wurde sie in einen Gnadenhof gebracht, wo sie am 3. September 2019, fast auf den Tag genau 8 Jahre nach ihrem Wiedereinfangen verstarb.

Wer mehr über die Kuh wissen möchte, kann im entsprechenden Wikipedia-Artikel nachsehen.


Kräuter reduzieren Klimagas-Ausstoß – bei Kühen

Die Aussage, dass Kühe große Mengen von klimaschädlichem Methan pupsen, ist ehrenrührig für die Kühe. Sie rülpsen es aus. Das Gas, das für etwa 20% der Klimaerwärmung verantwortlich ist, entsteht im vorderen Verdauungstrakt. Bereits in der australischen Comedy-Serie „Hey Dad“ schlägt deswegen eine der Hauptpersonen, die Sekretärin Betty, vor, den Kühen Kräuter zu geben, die Rülpsen reduzieren. Sie meinte Petersilie.

Schottische Hochlandrinder
Die Verdauungsprodukte von Rindern machen einen nicht zu unterschätzenden Anteil der Treibhausgasproduktion aus. (hier Schottisches Highland Cattle)

Ob die Klimaforscher der Kieler Christian-Albrechts-Universität diese Folge der Serie kannten, ist unbekannt. Jedenfalls haben sie einen Versuch gestartet, den Methanausstoß der Kühe zu messen und mithilfe von Kräutern zu senken. 22 Jersey-Rinder, eine besonders kleine Rasse, tragen ein Geschirr mit Schläuchen, Sensoren, Durchflussregulatoren und Unterdruckflaschen, mit denen der Methangehalt in der Atemluft gemessen werden kann. Es stört sie offenbar nicht: „Sie versuchen nicht, die Technik loszuwerden“, sagt Versuchsgut-Leiterin Sabine Mues.

Elf der Rinder leben auf einer Weide mit verschiedenen Kräutern: Gelber Hornschotenklee, Spitzwegerich, Rotklee, Wiesenkümmel, Wiesenknopf, Weißklee und Zichorie. Die elf Tiere der Kontrollgruppe fressen auf „normalem“ Weideland.

Die ersten Ergebnisse sehen gut aus: „Die Kräuterkost kann für bis zu 20 Prozent weniger Methan pro Liter Milch sorgen“, sagt Projektleiter Malisch. Da während eines wichtigen Verdauungsschrittes im Pansen das Methan entsteht, kann die Produktion nicht zu stark gesenkt werden. „Sonst kriegt die Kuh nicht mehr genügend Energie, um ihre Milch zu produzieren.“

Die Redaktion meint, dass es sicherlich auch für die Kühe schön ist, nicht nur Weidelgras, sondern auch Kräuter zur Auswahl zu haben. Dies tut nicht nur dem Klima gut, sondern sorgt auch für Biodiversität auf den Weiden. Und wirkt sich möglicherweise auch positiv auf den Geschmack der Milch und der daraus entstehenden Produkte aus.


Zweiköpfige Schlange auf Bali entdeckt

Zweiköpfige Reptilien kommen öfter vor, offenbar sind solcherart misgebildete Embryonen bei Reptilien lebensfähiger, als bei anderen Wirbeltierklassen. In der Natur werden sie normalerweise bald Opfer von Feinden oder angeborenen Defekten. Auf der indonesischen Ferieninsel Bali wurde eine wild lebende doppelköpfige Schlange entdeckt. Das Reptil mit den zwei Köpfen fiel bereits vergangene Woche einem Mofafahrer in einem Dorf im Zentrum von Bali auf. Um welche Art es sich handelt, ist noch nicht bestimmt.

Ein Video gibt es hier: youtube


Walhai auf Abwegen


Lage von Weipa, am Rand des Hey-River-Ästurars

Der Walhai ist der größte rezente Fisch des Planeten und ein reiner Meeresbewohner. Um so erstaunlicher, dass ein 6 m langes Tier40 km von der Küste entfernt im Hey River, Queensland, Australien aufgetaucht ist.

Walhai-Experte Dr Richard Pillans von der australischen Forschungsbehörde CISRO sagt hierzu: „Es ist das erste Mal weltweit, dass ein Wahlhai so weit stromaufwärts gefunden wurde.“

Anwohner sahen den Walhai bereits eine Woche vor der offiziellen Meldung am 03.09.2019, hielten ihn aber für einen großen Sägefisch.

Quelle (mit Video!): Die australische Daily Mail


Haben Sie zufällig ein Unterwasser-Obsevatorium gesehen?

Eine gelb lackierte Plattform von mehr als 2 m Größe hängt an einem Schiffskran. Ein Mann dirigiert sie über das Wasser
Das Observatorium bei Boknis Eck ist Teil des COSYNA-Netzes (Coastal Observing System for Northern and Arctic Seas) des HZG. Die Sensoren liefern wichtige Daten, um Veränderungen in marinen Ökosystemen zu erkennen. Foto: Forschungstauchzentrum der CAU

Der Name Boknis Eck hat in der Meeresforschung einen guten Klang. Seit 1957 werden dort an einer festgelegten Position am Ausgang der Eckernförder Bucht jeden Monat Umweltdaten wie zum Beispiel Temperatur, Salzgehalt, Nährstoffe, Sauerstoff oder Chlorophyll erhoben, die Rückschlüsse auf den Zustand des Ökosystems der südwestlichen Ostsee zulassen. Damit ist Boknis Eck einer der ältesten, noch aktiven meereswissenschaftlichen Zeitserien weltweit. Im Dezember 2016 installierte das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) in einem nahen Sperrgebiet außerdem ein Unterwasserobservatorium, das seitdem kontinuierlich zusätzliche Parameter wie zum Beispiel Strömungsgeschwindigkeiten und Methankonzentrationen am Meeresboden misst.

Dieses Observatorium ist jetzt verschwunden. „Am 21. August um 8 Uhr 15 stellte es die Datenübertragung ein“, berichtet Boknis-Eck-Koordinator Prof. Dr. Hermann Bange vom GEOMAR, „zunächst dachten wir an einen Übertragungsfehler“. Doch ein Tauchereinsatz in der vergangenen Woche offenbarte eine deutlich ernstere Situation. „Die Geräte waren weg, die Taucher konnten sie nicht mehr finden“, sagt Bange.

Das Boknis-Eck-Observatorium besteht aus zwei etwa Schreibtisch-großen Gestellen. Eines ist für die Stromversorgung der Anlage verantwortlich und über ein Kabel mit der Küste verbunden. Das andere Gestell trägt die eigentlichen Sensoren. „Als die Taucher vergangene Woche an der Position des Observatoriums den Meeresboden erreichten, fanden sie nur noch das abgerissene Landkabel. Es war völlig zerfasert“, erläutert Professor Bange weiter.

ein zerfasertes Kabelende im grünen Wasser vor dem Boden
Das zerfaserte Landanschlusskabel war alles, was die Forschungstaucher in der vergangenen Woche vom Unterwasserobservatorium noch finden konnten. Foto: Forschungstauchzentraum der CAU

Wer klaut ein Meeres-Observatorium, und warum?

Da die Gestelle jeweils rund 520 und 220 Kilogramm wiegen und die Kabelverbindungen äußerst massiv sind, scheiden Stürme, Strömungen oder Meerestiere als Täter aus.

„Wir haben zunächst versucht, mit eigenen Recherchen und weiteren Tauchereinsätzen die Geräte wiederzufinden. Bisher aber ohne Erfolg. Deshalb würden wir uns über Hinweise sehr freuen. Vielleicht hat ja jemand am Morgen des 21. August beim Sperrgebiet ‚Hausgarten‘ in Höhe des Campingplatzes Hökholz etwas beobachtet. Oder jemand findet Teile der Gestelle irgendwo am Strand“, sagt Professor Bange. Mittlerweile ist auch die Kriminalpolizei in Eckernförde eingeschaltet.

Quelle: Geomar Kiel


Neue Hadrosaurierart beschrieben

Drei Dinosaurier am Strand mit Strandgut
Lebendrekonstruktion von Kamuysaurus japonicus. Das Tier im Vordergrund trägt den vermuteten Schädelkamm, das Tier dahinter wurde ohne rekonstruiert. Am Strand liegen die Kadaver eines Mosasauriers (Phosphorosaurus ponpetelegans), einer Meeresschildkröte (Mesodermochelys undulates) und Schalen von Ammoniten und Muscheln. Rekonstruktion aus der Erstbeschreibung (Kobayashi et al., siehe unten), Creative Commons 4.0

Die neu beschriebene Art heißt Kamuysaurus japonicus* und lebte vor etwa 72 Millionen Jahren am Ende der Kreidezeit. Er gehörte zur Familie der Hadrosauridae, die auch als Entenschnabel-Dinosaurier bekannt waren. Dort gehört es in die Untergruppe Edmontosaurini. Die Hadrosaurier waren eine der erfolgreichsten Pflanzenfressergruppen am Ende der Kreidezeit. Man findet ihre Fossilien in vielen kreidezeitlichen Ablagerungen des damaligen Superkontinentes Laurasia (Nordamerika, Asien und Europa und in einigen Breichen des anderen Superkontinentes Gondwana.

Das Typusexemplar ist ein nahezu vollständiges Skelett. Es wurde in Ablagerungen des äußeren Kontinentalschelfes in der Hakobuchi-Formation auf der japanischen Nordinsel Hokkaido bereits 2013 ausgegraben. „Das Tier war mindestens neun Jahre alt und 8 m lang. Es wog zwischen 4 und 5,3 t, abhängig davon, ob es auf zwei oder vier Beinen lief“ beschreibt der leitende Professor Yoshitsugu Kobayashi vom Hokkaido University Museum den neuen Fund.

Der erste größere Dinosaurier Japans

Die Forscher um Kobayashi fanden eine Reihe von Einzigartigkeiten bei Kamuysaurus, so einen kleinen Kamm auf dem Schädel und eine kurze Reihe von Wirbelfortsätzen, die nach vorne zeigen. „Wir fanden bei Kamuysaurus japonicus drei einzigartige Merkmale, die er nicht mit anderen Dinosauriern der Edmontosaurini-Gruppe teilt: die niedrige Position der Schädelknochenkerbe, ein nur sehr kurz ansteigener Kieferknochen und die nach vorne geneigten Fortsätze des sechsten bis zwölften Wirbels.“ erklären sie.

Hadrosaurier sind sonst eher als Inlandbewohner bekannt. Die Autoren spekulieren, dass frühe Formen an den Küsten lebten und dies ein wichtiger Faktor für die Aufspaltung in verschiedene Gruppen war. Den Fund des Kamaysaurus in marinen Sedimenten erklären sie auf einem Bild, das einen im Meer treibenden Kadaver zeigt.

Bemerkenswert ist, dass diese Arbeit unter Creative Commons erschienen und öffentlich zugänglich ist.

Link zur Originalarbeit: Nature


Steineklopfer aufgepasst!

Am Wochenende findet der „Tag des Geotops“ statt. Bundesweit gibt es etwa 270 Veranstaltungen zu Geotopen, Höhlen, Steinbrüchen, Aufschlüssen und sonstigen steinernen Sehenswürdigkeiten. Da viele Kryptozoologen auch Spaß an Geologie und Paläontologie haben, haben wir den Hinweis hier gepostet. Hier ist die Website der Veranstaltung. Sicher gibts auch etwas in Eurer Nähe.


Feld-Ornithologisches

Diese Woche gibts wenig Neues. Der Kaiseradler im Randowbruch und der Rosapelikan bei Meldorf sind immer noch da, ein vierter Rosenstar ist aufgetaucht und auch die seltenen Gäste unter den Watvögeln haben Deutschland noch nicht verlassen. Hier gibt es eine Neumeldung eines Atlantischen Sturmtauchers Puffinus puffinus* offshore vor Helgoland zu vermelden.
Im IKEA-Biotop bei Saarbrücken ist ein Buschspötter Hippolais caligata* gefangen und beringt worden. Das war der dortige Erstnachweis.


Zu guter letzt: Vorfahrt für Lachse

Dass Lachse einen unglaublich starken Drang haben, zum Laichen in ihre Heimatgewässer zu wandern, ist allgemein bekannt. Einer dieser Lachsflüsse ist der Skokomish River im US-Bundesstaat Washington, der regelmäßig über die Ufer tritt. Dass dabei auch eine Straße überflutet wird, stört die Lachse nicht…


* Warum wir wissenschaftliche Namen nicht kursiv schreiben:

Wir wissen natürlich, dass man wissenschaftliche Namen in Texten kursiv schreibt. Wir würden das auch hier gerne machen, leider hat unser Template genau in dieser Funktion einen Bug (technischen Fehler). Dieser Fehler sorgt dafür, dass eine kursive Formatierung immer gleichzeitig fett hervorgehoben wird. Außerdem wird im Fließtext, jedoch nicht in Kurzzusammenfassungen und Suchmaschinentexten ein weiteres Leerzeichen vor und hinter dem Text angezeigt.
Daher haben wir uns entschieden, wissenschaftliche Namen nicht kursiv zu schreiben, bis wir eine Lösung für das Problem gefunden haben.

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