Presseschau Kalenderwoche 41/2019

Wie immer montags gibt es auch heute die Presseschau. Diese Woche ist die Presseschau ziemlich wallastig, schließlich ist unter Wasser ne Menge los. Aber ein paar andere Themen gibt es noch.  Viel Spaß beim Lesen.


Graphic Design zum Kongress

Meeting zur Kryptozoologie ein voller Erfolg

Am Samstag stand das Meeting zum Thema „Sind die Dinosaurier wirklich ausgestorben“ im Galieo-Park im Sauerland an. Vier Redner referierten kontrovers zur Frage „Ist der Mokele M’bembe ein überlebender Dinosaurier?“.

Hans-Jörg Vogel aus Berlin brach das Eis mit seinem Vortrag über seine Recherche in den Vermächtnissen zweier bekannter deutscher Afrikaforscher: Hans Schomburgk und Freiher Stein zu Lausnitz. Ihm folgte der unumstrittene Höhepunkt des Tages: der französische Kryptozoologe und Forscher Michel Ballot traf mit seinem Vortrag und zahlreichen Bildern aus dem Dschungel in Kamerun und Kongo genau den Nerv des Publikums.

Nachwuchs-Kryptozoologe Thomas Pietrowski zeigte in seinem Vortrag, wie er auf sehr innovative Weise Satellitenaufnahmen erhält und auswertet. Dabei nutzte er sogar so ungewöhnliche Instrumente wie eine Playstation, um das Gelände eines Satellitenbildes nachzubauen. Zum Abschluss der Vortragsreihe stellte Wolfgang Schmidt aufgrund zahlreicher Indizien die Frage, ob es nach dem „offiziellen“ Aussterben der Dinosaurier nicht doch noch welche gegeben hat.

Da wir keinen Nichtvogel-Dinosaurier vorbeibringen konnten, vermochte auch niemand die Frage abschließend beantworten. Wir werden in den nächsten Wochen noch ausführlicher davon berichten.


Überraschender Saurier-Fund in Österreich

Wissenschaftler des Museums für Naturkunde in Wien haben im österreichischen Bundesland Oberösterreich die fossilen Überreste eines Pliosauriers ausgegraben. Der 132 Millionen Jahre alte Zahn stammt aus der Langbathzone bei Ebensee und ist der erste Nachweis eines Pliosauriers in Österreich. Ab 2020 wird der Zahn im Mesozoikum-Saal des Museums für Naturkunde zu sehen sein. In der nächsten Saison werden weitere Grabungen in der Formation folgen.

Näheres beim ORF


Buckelwal in der Themse – hat leider nicht überlebt

rotes Schiff, im Hintergrund Industrie, davor ein Wal
Der Buckelwal in der Themse

Ein junger Buckelwal ist in die Themse geschwommen und hat sich dort offenbar verirrt. Letztes Wochenende (5. und 6. Oktober) gab es erste Meldungen, später Sichtungsberichte und Bilder aus der Nähe von Dartford Crossing. Der Wal hielt sich einige Tage im Bereich zwischen dem Londoner City-Airport und der Queen-Elisabeth-II Bridge auf, Schiffsführer wurden angehalten, langsam und vorsichtig zu fahren.

Dienstagabend (8.Oktober) gegen 17 Uhr wurde dann der Wal bewegungslos auf eines Schlickbank bei Greenhithe aufgefunden. Erste Untersuchungen der Zoological Society of London lassen auf eine Kollision als Todesursache schließen. Auf der Unterseite des Kopfes hatte der Wal eine offene Fraktur des Unterkiefers, die vermutlich durch ein Schiff hervorgerufen wurde. Das etwa 8,5 m lange, junge Weibchen hatte längere Zeit nicht gefressen, wirkte unterernährt und litt unter starkem Parasitenbefall im Darm. Es gibt keinen Hinweis, dass das Tier Plastikmüll verschluckt hätte, allerding zeugen Narben an Finne und Fluke von Kontakt mit Netzen oder Seilen. Ein so hoher Parasitenbefall ist leider oft Anzeichen für eine bereits durch andere Umstände schwer angeschlagene Gesundheit.

In der Themse tauchen regelmäßig Wale auf. 2006 schwamm hier ein nördlicher Entenwal, im vergangenen Winter ein Beluga. 2009 und 2013 starben zwei Buckelwale im Bereich der Themsemündung.

Links:

UK Cetacean Stranding Investigation Program, BBC


Warmes Herbstwetter stimuliert Spinnen in San Francisco

Große Spinne mit hellem Körper, dunklem Hinterkörper und teilweise dunklen Beinen
Aphonopelma iodius, Männchen (ZooKeys, CC 4.0)

Die Bewohner von San Francisco und der Bay Area haben es derzeit mit einem ungewöhnlichen und für viele ungangenehmen Phänomen zu tun: Der in diesem Jahr ungewöhnlich warme Herbst lässt die Männchen der Desert Tarantula Aphonopelma iodius dieses Jahr besonders zahlreich wandern. Normalerweise machen sich einige Tiere im Herbst auf die Suche nach paarungswilligen Weibchen, dieses Jahr sind es besonders viele. Nur um diese Jahreszeit sind die Tiere auch tagsüber zu sehen, oft auf Wegen und Straßen. Das Nachrichtenportal Cnet titelt: „A mob of horny tarantulas is prowling San Francisco„.

Wissenschaftler betonen, dass die Desert Tarantula zu den wenig aggressiven Spinnen gehört. Sie beißt selten und ihr Gift ist nicht stärker als das einer Honigbiene.

Quellen:

Bird and hike

Business Insider


Walmütter flüstern mit ihren Kindern

Erst seit diesem Jahr ist bekannt, dass Glattwale singen. Jetzt belegt eine Untersuchung bei atlantischen Nordkapern, dass Walmütter leisere Geräusche machen, wenn sie Junge haben. Junge Weibchen und trächtige Walkühe singen wesentlich lauter, sie sind über einen Kilometer weit zu hören, während die Signale der Muttertiere in den ersten drei Monaten im Leben ihres Nachwuchses nur bis zu hundert Meter weit zu hören sind.
Forscher vermuten, dass das die Gefahr, von Räubern (hauptsächlich Killerwalen) gehört zu werden, drastisch verringert. Die erwachsenen Tiere werden zwar selten von Orcas angegriffen, die Jungen sind aber eine passende Beute.

Ob Walkinder ebenfalls leise sind oder wie Menschenkinder gerne aus vollem Hals brüllen, ist nicht bekannt.

Quelle:

Biology Letters


Simba, noch in Quarantäne (Foto: Aquazoo Düsseldorf)

Düsseldorfer Aquazoo als Kröten-Tinder

Die Rote Kröte „Simba“ ist unerwartet in einem Wanderschuh einer Südafrika-Urlauberin von Johannisburg nach Deutschland gekommen. Dort hat sie einen Waschgang in einer Waschmaschine und den Angriff einer Hauskatze überlebt. Dann erst wurde sie von der überraschten Urlauberin in Schutz genommen und in den Düsseldorfer Aquazoo gebracht. Der wollte den kleinen Helden nicht als Single leben lassen und verkuppelte das Tier mit einer Roten Kröte aus Chemnitz, das ebenfalls aus Afrika nach Deutschland kam. Es sind die einzigen beiden Roten Kröten (Schismaderma carens*) in Europa.

Bei der Zusammenführung am Dienstag (8. Oktober) waren beide Tiere noch etwas reserviert. Bisher ist nicht klar, welches Geschlecht die beiden Tiere haben, die Pfleger mutmaßen, dass Simba ein Männchen und das Tier aus Chemnitz ein Weibchen ist. Sobald eines der beiden Tiere „huhu“ macht, ist es sicher als Männchen anzusprechen.

Quelle:

WDR


Unbekannter Kadaver auf den Färöer-Inseln angeschwemmt

In der Nähe der Hauptstadt der Färöer-Inseln Thorshavn wurde ein zunächst nicht identifizierter Kadaver angeschwemmt. Der graubraune, teilweise rot unterlaufene Kadaver zeigt eine Menge Weichgewebe und eine Knochen sowie eine tief gespaltene Maulöffnung. Er ist im Zustand fortgeschrittener Verwesung. Mitglieder des NfK haben es bald als Pottwal erkannt.

Quelle:

Dagur.fo


Mammut-Nachbildung mit Neanderthaler im LVL-Museum für Naturkunde Münster
Mammut im NKM Münster

Die letzten Mammuts starben plötzlich

Die letzten Mammuts lebten in Sibirien, genauer auf der sibirischen Wrangel-Insel. Im 17. Jahrhundert vor Christus, also zu geschichtlicher Zeit starben sie aus. in Ägypten brach etwa zeitgleich nach dem Einfall der Hyksos ins Nildelta das Mittlere Reich zusammen. Mit der früher Phase der mykenischen Kultur beginnt die erste Hochkultur auf  dem europäischem Festland.

Jetzt konnten Wissenschaftler belegen, dass die Tiere nicht wegen langfristiger Klimaveränderungen, sondern infolge eines plötzlichen Szenarios ausgestorben sind. Um welches Szenario es sich genau gehandelt hat, ist noch unklar. Spekuliert werden darf über eine Veränderung des Trinkwassers, Eisregen oder die Ankunft des Menschen.

Etwa zu dieser Zeit fand ein Vulkanausbruch mit globaler Auswirkung statt. Möglicherweise handelte es sich um den Minoischen Ausbruch des Vulkanes Santorin, der weltweit einige Jahre zu einer Abkühlung des Klimas führte. Dieser wird in der Quelle aber nicht erwähnt.

Quelle:

n-tv/dpa


Gruppe von Orcas mit einem weißen Männchen
Gruppe von Orcas mit einem weißen Männchen (Quelle: Russianorca.com)

Die Zahl weißer Killerwale steigt

Am 11. August 2010 konnte Erich Hoyd ein Bild eines weißen Killerwalbullen, aufnehmen, es war eine Sensation. Erich Hoyt arbeitet beim Wal- und Delfin-Schutzprojekt in Bridport und ist co-Direktor des „Far East Russia Orca Project“. Er schreibt in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Aquatic Mammals über das immer häufigere Auftreten weißer Orcas.

Seit 2010 tauchten mindestens acht unterschiedliche, weiße Orcas im Nordpazifik auf, aber nur hier. Dies bedeutet, dass etwa eines von 1000 Jungtieren weiß zur Welt kommt. Hoyd befürchtet Inzucht und damit eine Schwächung der Population. Bisher ist unbekannt, ob es sich bei den weißen Tieren um Albinos oder eine andere Form der Weißfärbung handelt. Bisher gibt es keine Gewebeproben von ihnen.

Quelle:

Mysterious Universe


Bigfoot in North Carolina

Fußabdruck eines Bigfoots?

Eine ganze Reihe relativ neuer Bigfoot-Ereignisse gibt es aus dem Bundesstaat North Carolina:

Im Frühjahr hat Vicky Cook in ihrem Garten mehrere Bigfoots beobachten können. Im März konnte sie das erste Mal eines deser Wesen sehen, seit dem haben die Kryptiden oft ihren Garten besucht. Sie konnte mehrere, möglicherweise acht unterschiedlich große Fußabdrücke im Matsch abgießen und damit sichern. Vicky hat ihnen verschiedene Lebensmittel angeboten. Am liebsten scheinen sie Peanut Brittle zu mögen, Äpfel und Bananen stehen nicht so hoch im Kurs.

Am 16. August hat Doug Teague in einem Wald im McDowell County etwas fotografiert, bei dem es sich um einen Bigfoot handeln soll. Dieses Wesen hat angeblich Steine nach ihm geworfen. Nach einigen Fotos und einem Video hat er sich zurückgezogen, aber dabei einige Fußabdrücke im Matsch gefunden.

Eine Organisation namens Bigfoot911 hat nach eigenen Angaben Ende September einen Bigfoot fotografiert, der durch den Wald schlich. Es folgte eine fünfminütige Sichtung, nach der die Kreatur wieder im Wald verschwand, aber in der Nähe blieb. Die Forscher konnten sie noch etwa 45 Minuten lang hören. Insgesamt sollen 121 Bilder entstanden sein.

Joe Scarborough, ein Elektriker aus North Carolina stolperte über einige Bigfoot-Fußabdrück. Die 13 bis 15 Inch langen Spuren konnte er fotografieren, lobenswerterweise sogar mit einem Maßband als Maßstab. Die Entdeckung machte ihn neugierig: „Ich werde mir ein paar Wildkameras besorgen und gucken, was passiert. Warum auch nicht. Man weiß nie, wie viele Hoaxes da draußen rumlaufen.“

Wir bleiben am Ball.

Quellen:

McDowell News

WCNC.com

Coast-to Coast-Network


Bernstein-Tierchen möglicherweise ein „neuer“ Tierstamm

Die beiden amerikanischen Biologen George Poinar und Diane Nelson haben einen kleinen Wirbellosen beschrieben, der in keine der bekannten Klassifikationen des Tierreiches passt. Das Tier stammt aus Bernstein aus der Dominikanischen Republik, also aus der Mitte des Tertiäres und zeigt sowohl Merkmale von Bärtierchen (Tardigraden), als auch von Milben (Spinnentiere).

Innerhalb einer Probe des Bernsteins ist ein Pseidoskorpion und eine große Zahl dieser Tiere eingeschlossen. Sie etwa 70 µm langen Tierchen sehen aus wie ein sehr fettes Minischwein mit acht Beinen. Dies führte auch zum Namen Sialomorphus* („Form eines fetten Ebers“). In der Erstbeschreibung stellen die Autoren das Tier in Stamm, Classe und Ordnung in „incertae sedis“, also nicht sicher zuzuordnen. Wurde hier ein neuer Tierstamm entdeckt?

Quelle:

DIe Erstbeschreibung: A new microinvertebrate with features of mites and tardigrades in Dominican amber


Wiener Forscher entdecken Garnelenart – und müssen dazu nicht mal vor die Tür

Zwei Forscher und die Garnele
Die beiden Meeresforscher Daniel Abed-Navandi (li) und Karl J. Wittmann (re) beim Besammeln der Schwebgarnelenbestände im Haus des Meeres. (Foto: Haus des Meeres)

Im Wiener „Haus des Meeres“ haben beiden Forscher Daniel Abed-Navandi und Karl Wittmann eine bisher unbekannte Schwebegarnelenart entdeckt. Sie ist vermutlich als „blinder Passagier“ mit Lebendgestein aus der Papuasee nach Wien gekommen. Die Tiere sind nur wenige Millimeter lang, schimmern grünlich und haben auffällig große Augen. Nachdem die Entdecker sie nicht bestimmen konnten, beschrieben sie die Tiere nach ihrem Fundort „Haus des Meeres“ als Heteromysis domusmaris*.

Quelle:

Haus des Meeres


Russland: Einhornschädel entdeckt

Zwei Narwalschädel, einer trägt den linken, einer trägt zwei Stoßzähne
Vergleich zweier Narwalschädel, der obere ist normal ausgebildet, der untere trägt zwei Stoßzähne. Solche Schädel sind sehr selten. Fotos: Tobias Möser, aufgenommen im Museum of Natural History, London

Mitarbeiter des russischen Arktis-Nationalparks auf der Franz-Josef-Insel haben einen seltenen Schädel entdeckt, der ein einziges Horn trägt. Das Horn ist schraubenartig gedreht und so lang, wie ein Mensch, der Schädel flach und assymmetrisch.

Fachleuten war natürlich sofort klar, zu welchem Tier der Schädel gehörte. Dennoch kommt es selten vor, dass diese Skelettteile angeschwemmt werden: normalerweise sterben Narwale im Meer, die Körper versinken oder werden gefressen.

Quelle:

Sputniknews


Das Reptil wollte kein Bier – Männer wegen Nötigung eines Alligators angezeigt

Aus einer Bierlaune heraus schnappten sich zwei Männer in der Nähe der Stadt Palm City in Florida (USA) einen Alligator. Einer der beiden provozierte das Tier dazu, ihm in den Arm zu beißen, der andere schüttete dem Reptil dann ein Bier ins Maul. Das gefiel dem Alligator offenbar nicht, er „reagierte aggressiv“, wie es im Polizeibericht steht. Die beiden Männer hätten das Tier dann freigelassen, wurden selbst aber festgenommen, heißt es weiter. Kurze Zeit später wurden sie gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.

Quelle:

n-tv.de


Feld-Ornithologisches

Feld-ornitholigisch ist im Moment erstaunlich wenig los. Die Meldungen der letzten Wochen doppeln sich.

 


Zu guter Letzt: Oh deer!


* Warum wir wissenschaftliche Namen nicht kursiv schreiben:

Wir wissen natürlich, dass man wissenschaftliche Namen in Texten kursiv schreibt. Wir würden das auch hier gerne machen, leider hat unser Template genau in dieser Funktion einen Bug (technischen Fehler). Dieser Fehler sorgt dafür, dass eine kursive Formatierung immer gleichzeitig fett hervorgehoben wird. Außerdem wird im Fließtext, jedoch nicht in Kurzzusammenfassungen und Suchmaschinentexten ein weiteres Leerzeichen vor und hinter dem Text angezeigt.
Daher haben wir uns entschieden, wissenschaftliche Namen nicht kursiv zu schreiben, bis wir eine Lösung für das Problem gefunden haben.

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