Presseschau Kalenderwoche 42/2019

Wie immer montags gibt es auch heute die Presseschau. Wir glauben, auch diesmal ist uns wieder eine gute Mischung aus Kryptozoologie, Einzelbeobachtungen, Wissenschaft und Mystik gelungen. Viel Spaß beim Lesen.


British Big Cats: Panther fällt Rottweiler-Mischling an

Britische Beobachter berichten immer wieder von Großkatzen, die auf den Inseln leben sollen. Am 13. Oktober meldete eine Zeugin einen Vorfall der Polizei Northamptonshire, Zentralengland. Eine Sprecherin der Polizei sagte hierzu „Wir haben Berichte von einem Hund, einer Rottweiler-Labrador-Kreuzung, der in Wakerley Woods, gegenüber von Finshade Woods von einer großen schwarzen Katze angegriffen wurden. Als die Eigentümer den Hund wieder fanden, fiel ihnen auf, dass er in die Bäume sah. Dort entdeckten sie etwas, das sie wie eine Katze, ähnlich wie ein Puma oder Panther, die größer als ihr Hund war.“ Der Hund trug eine Krallenverletzung im Gesicht, sonst ist er okay.

Über Twitter kam noch die Meldung, es habe noch eine Sichtung bei Greetham, etwa 30 km nördlich gegeben. Wann ist unklar.

Die meisten Beobachtungen von British Big Cats gab es dieses Jahr in Devon, auf der südwestlichen Halbinsel des Landes.


Lage des Walkerley Woods in England


Nichts Neues vom Bayerwald-Tiger

Tiger im Zoo NürnbergPassend zur Vormeldung: Montag letzter Woche (14.10.2019) berichtete eine Zeugin der Polizei, sie habe bei einer Tankstelle in Zwiesel (Bayerischer Wald) einen Tiger beobachtet. Das Tier sei vor ihr über die Straße gelaufen, der Kopf sei dabei so hoch, dass er über die Motorhaube ragte, so die Zeugin.

Die Polizei im Landkreis Regen hat die Meldung aufgenommen, hielt das Ganze aber für eine Verwechslung, möglicherweise mit einem großen Hund. Sie hat daher keine spezifischen Ermittlungen aufgenommen. Die Beamten halten nach dem Tiger Ausschau, besonders beim Streifendienst.

Seit die Meldung am Mittwoch durch die Schlagzeilen ging, gibt es keine weiteren Berichte.


„Save the whales – they save us!“ oder „Was ist ein Wal wert?“

Blauwal auf hoher See – lebend 2 Millionen US$ wert.

Ein Team von Ökonomen des International Monetary Fund (IMF) berechnete, wie wertvoll Wale sind – in einem Modus, den auch viele Nicht-Naturfreunde verstehen: Geld. Die detaillierte Analyse ist in der Zeitschrift „Finance & Developement“ erschienen. Sie bewertet den Nutzen der Wale finanziell.

Ihr finanzieller Wert entsteht durch die Aufnahme von Kohlenstoff in ihren großen Körpern. Während seines Lebens von etwa 60 Jahren nimmt ein Wal ein Äquivalent von 33 t CO2 auf. Im Vergleich dazu bindet ein Baum im gleichen Zeitraum „nur“ etwa 1,2 t. Zusätzlich fördern Wale das Wachstum des Phytoplanktons, indem sie Nährstoffe aus tieferen Wasserschichten nach oben transportieren. Phytoplankton bindet mindestens 40% des globalen CO2.

Monetär ausgedrückt bedeutet dies: Jeder Wal ist etwa 2 Millionen US$ wert (Der IMF nennt keine Walarten, aber es ist zu vermuten, dass hier vor allem die Bartenwale gemeint sind.). Alle Wale zusammen haben einen Wert von etwa 1000 Milliarden US$. „Wenn die Wale ihre Populationsgrößen der Zeit vor dem Walfang erreichen könnten, würden sie 1,7 Milliarden Tonnen CO2 jährlich binden. Das entspricht einem finanziellen Wert von 13 US$ pro Erdenbürger und Jahr.“

Bemerkenswert ist auch, dass der IMF Walpopulationen als „öffentliches Gut“ ansieht, das nicht einzelnen Nationen gehört.

Insgesamt ist die Studie sehr lesenswert. Der Ansatz, einem Tier einen geldwerten ökonomischen Nutzen zuzuweisen, gefällt mir. Das kann argumentative Vorteile bieten.

Die Studie ist hier zu lesen: Nature’s Solution to Climate Change

Anmerkung: Selbst wenn man die übliche Verwirrung mit Billion und Milliarde herausnimmt, kommt man bei 8 Milliarden Menschen und 13 US$ pro Person „nur“ auf 104 Milliarden US$ und nicht auf 1000 Milliarden. Wo der Rechenfehler liegt, ist nicht herauszufinden.


Zwei Alor-Honigfresser im natürlichen Habitat. Foto: Philippe Verbelen

„Neuer“ Vogel in Indonesien entdeckt

Ein internationales Team von Ornithologen hat eine bisher unbekannte Art Honigfresser der Gattung Myzomela* im Hochland der kleinen Sundainsel Alor, im Südosten Indonesiens entdeckt. Die Art wurde als Myzomela prawiradilagae* beschrieben. Sie ist die einzige Myzomela-Art auf der Insel. „Insgesamt konnten wir 20 Individuen in der Gegend von Manmas-Subo in 1000 bis 1270 m Höhe beobachten. Sie leben einzeln, in Paaren und kleinen Gruppen in Eucalyptus oropsylla-Wäldern und in den Dörfern.“ schreiben die Erstbeschreiber.

Wer mehr wissen möchte: Die Erstbeschreibung ist im Journal of Ornithology erschienen.


News vom Beutelwolf

Beutelwolf in Wien
Beutelwolf-Dermoplastik im Naturhistorischen Museum Wien

Offiziell ist der Beutelwolf seit über 80 Jahren ausgestorben. Das Tasmania’s Department of Primary Industries, Parks, Water and Environment (DPIPWE) veröffentlichte ein Dokument, in dem detailliert über acht Sichtungen des Beutelwolfes in den letzten drei Jahren berichtet wird.

Der letzte bekannte Beutelwolf, ein Weibchen namens Benjamin starb im Beaumaris Zoo in Hobart, Tasmanien am 7. September 1936. Seit dem gilt die Art als verloren, offiziell ausgestorben ist sie 50 Jahre nach der letzten Sichtung, also 1986. Dennoch gibt es immer wieder Berichte von wildlebenden Beutelwölfen auf Tasmanien und sogar auf dem australischen Festland. Ein kleiner Teil dieser Berichte gilt als glaubhaft.

Der Thyacine Sighting Report mit Berichten zwischen dem 1. September 2016 und dem 19. September 2019 kann hier herunter geladen weden.


Der afghanische Bigfoot

Sohouette eines Soldaten
US-Soldat in Afghanistan

Geschichten von menschenähnlichen Wesen sind in den Bergregionen Zentralasiens weit verbreitet. Yeti, Ye’ren, Almasti und viele andere Namen trägt dieses Phänomen. So ist es eigentlich kein Wunder, dass auch aus Afghanistan von diesen Wesen berichtet wird. Entsprechend der islamisch-arabischen Mythologie erklären die Einheimischen sie als Manifestation von Dschinns.

Zeuge war der für solche Geschichten typische US-Marine, der anonym bleiben möchte. Schließlich ist das geheim und er will seinem Job behalten. Er war in der Gegend von Kandahar mit Mitarbeitern der CIA unterwegs und berichtet von einem tödlichen Zwischenfall mit diesem Wesen: Einheimische Bauern berichteten den US-Truppen, dass in nahe gelegenen Höhlen ein Wesen leben soll, das sich auf ihren Äckern bedient. Es tötet jene, die versuchen, ihr Eigentum zu schützen. Die Soldaten haben Taibankämpfer vermutet und den Höhlenkomplex aufgesucht. Nachdem zwei Marines in die Höhle eindrangen, dann in Panik flüchteten, zeigte sich ein 3 m großes, menschenähnliches Wesen mit rotem Haar. Es bedrohte die restlichen Truppen, die das Feuer eröffneten, ihm aber offenbar nichts anhaben konnten. Erst bei Anwendung schwerer Waffen…

Wer wissen möchte, wie die Story weiter geht und sich sein eigenes Bild über die Glaubhaftigkeit machen möchte, kann hier weiter lesen.


Der zweite Themse-Wal in diesem Jahr – leider auch verstorben

Letzte Woche berichteten wir von einem Buckelwal-Jungtier, das in der Themse bis in die Vororte Londons aufgestiegen war, aber leider durch eine Kollision mit einem Wasserfahrzeug getötet wurde. Diese Woche ist bereits der nächste Wal die Themse aufgestiegen und ebenfalls ums Leben gekommen.

Bei dem zweiten Wal handelt es sich um einen etwa 10,5 m langen Finnwal, also ebenfalls ein Jungtier. Er wurde tot am Stadtpier von Gravesend treibend gefunden. Eine offensichtliche Todesursache gibt es nicht, daher wird der Wal obduziert.

Wesentlich mehr weiß die Daily Mail auch nicht.


Wer beißt einem 4 m-Hai in den Kopf?

Die OCEARCH Founding ist bekannt für ihre spektakulären Arbeiten an Weißen Haien: die Tiere werden gefangen, auf eine Plattform neben einem Schiff gezogen und mit dieser aus dem Wasser gehoben. Dort bekommen sie einen dicken Schlauch mit frischem Wasser ins Maul, werden vermessen, markiert und mit einem Sender versehen, außerdem nimmt man eine Probe für genetische Untersuchungen. Danach wird die Plattform wieder abgesenkt und der Hai darf weiter schwimmen.

Am 14.10. fingen sie im Nordatlantik vor Neufundland einen knapp 4 m langen Weißen Hai. Das 1164 Pfund (490 kg) schwere Männchen hatte zwei deutliche Bisswunden am Kopf, eine etwa ein Jahr alt, die andere noch offen. Vimey, so der Name des Tieres könnte von einem konkurrierenden Männchen oder einem noch größeren Weibchen bei unerwünschten Paarungsversuchen gebissen worden sein. Anhand der Abdrücke der Zahnbögen kann man erkennen, dass der „Angreifer“ nicht wesentlich größer als er gewesen sein kann.

Wenn sich Haie paaren, verbeisst sich das Männchen oft in das Weibchen. Diese Bisse sind keinesfalls mit der Nahrungsaufnahme zu verwechseln, die Tiere verwenden wesentlich weniger Kraft und verletzen sich dabei kaum. Die Haut der Weibchen ist an „bevorzugten“ Bissstellen oft verdickt, dennoch sehen die Wunden matialisch aus. Sie heilen aber schnell ab.

Link zum Charlotte Observer


Arbeiter verletzt sich bei der Maulwurfbekämpfung

MaulwurfBei dem Versuch, einen Maulwurfshügel mit einem Böller zu sprengen, hat sich ein Mitarbeiter der Gemeinde Sulza in Thüringen schwer verletzt.

Der 47jährige hatte den Böller in den Hügel gesteckt, angezündet und den Fuß darauf gestellt. Er wurde mit Verletzungen am Auge und am Fuß ins Krankenhaus eingeliefert.

Wie es dem Maulwurf geht, berichtet n-tv nicht.


Feld-Ornithologisches

Der Kranich-Zug ist im vollen Gange. Ein Höhepunkt war Mitte der vergangenen Woche erreicht, aber sobald wieder trockenes, sonniges Wetter herrscht, ist mit weiteren Formationen der beeindruckenden Vögel zu rechnen. Sie ziehen dieses Jahr hauptsächlich über eine südlichere Route, über Taunus und Hunsrück.

Ansonsten werden die um diese Jahreszeit häufiger beobachteten Irrgäste gemeldet: Beim Vogelzug verflogen. Das betrifft mindestens einen Fahlsegler an der Nordseeküste Hollsteins, eine Zwergammer und einen Taigazilpzalp auf Helgoland. Unter den Seevögeln wurde ebendort eine Polarmöwe gesichtet, ein Atlantik-Sturmtaucher tauchte bei Amrum auf. Der Rosapelikan am Meldorfer Speicherkoog ist nach wie vor vor Ort.

Bemerkenswert ist ein Gleitaar, der sich am Ammersee in Bayern eingefunden hat.


Zu guter Letzt:

Der Bostoner Jonathan Davis filmte schon im März 2017 über ein Dutzend wilde Truthühner, die auf einem Parkplatz in Massachusetts eine tote Katze umkreisen. „Das ist das verrückteste, das ich je gesehen habe“, kommentiert der Filmer das Verhalten.

„Sie wollen nur sicher stellen, dass die Katze keine Bedrohung mehr darstellt“, erklärt Mark Hatfield von der US National Wild Turkey Federation dem Internetportal Gizmodo. „Es hat mehr mit Neugier zu tun. Truthühner sind sehr einfach gestrickt.“


* Warum wir wissenschaftliche Namen nicht kursiv schreiben:

Wir wissen natürlich, dass man wissenschaftliche Namen in Texten kursiv schreibt. Wir würden das auch hier gerne machen, leider hat unser Template genau in dieser Funktion einen Bug (technischen Fehler). Dieser Fehler sorgt dafür, dass eine kursive Formatierung immer gleichzeitig fett hervorgehoben wird. Außerdem wird im Fließtext, jedoch nicht in Kurzzusammenfassungen und Suchmaschinentexten ein weiteres Leerzeichen vor und hinter dem Text angezeigt.
Daher haben wir uns entschieden, wissenschaftliche Namen nicht kursiv zu schreiben, bis wir eine Lösung für das Problem gefunden haben.

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