Yeti

Der Yeti ist eines der bekanntesten Kryptide. Der Ursprung der Erzählungen um den Yeti stammt aus Tibet und dem nördlichen Himalaya. Die Einheimischen beschreiben ihn als menschenähnlich, behaart und mindestens zeitweise zweibeinig laufend.

 

Wir haben Anfang 2019 von angeblichen Yeti-Spuren berichtet, die die Indische Armee entdeckt haben will.

Äußeres

Schneemensch
Fantasievolle Darstellung eines zweibeinigen Hominiden mit hellem Fell.

Üblicherweise wird der Yeti als zwischen 1,6 und selten mehr als 2 m groß beschrieben. Seine Fußabdrücke sollen bis zu 43 cm Länge erreichen. Die Völker der Lepcha und Tibeter beschreiben ihn als affenartiges Tier, nicht als wilden Menschen. Fußabdrücke wurden im Schnee in Höhen von 5000 bis 7000 m gefunden und konnten in einigen Fällen über lange Strecken verfolgt werden.

Interpretation

Zahlreiche Zoologen und der hervorragende Kenner der Region, Bergsteiger Reinhold Messner meinen, dass es sich beim Yeti um den Tibetischen Braunbär (Ursus arctos pruinosus) oder den Kragenbär (Ursus thibetanus) handelt. In einigen Himalaya-Sprachen steht das Wort Yeti für Bär. Dies konnte auch der Japaner Makoto Mebuka 2003 bestätigen.

Eine Minderheitenmeinung vertreten Kryptozoologen um Ivan T. Sanderson und George Agogino, die im Yeti Angehörige einer Reliktpopulation einer noch unbekannten Hominidenart sehen.

Wissenschaftliche Untersuchungen

Wie es in der Kryptozoologie eigentlich üblich sein sollte, ist der Yeti tatsächlich sowohl aus der sprach- und völkerkundlichen Seite, wie auch durch die Naturwissenschaften untersucht worden. Die sprach- und völkerkundlichen Untersuchungen von Messner und Mebuka interpretieren den Yeti eindeutig als Bär.

Genetiker untersuchten 37 angeblich vom Yeti stammende Proben aus dem Himalaya und Tibet. Die Studie wurde 2014 in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht. Es gab Hinweise auf eine möglicherweise noch lebende, unbekannte Großbärenart im Himalaya, aber keine Hinweise auf Primaten. Eine weitere Studie mit neun angeblichen Yeti-Proben aus dem selben Gebiet brachte ein ähnliches Ergebnis: acht Proben konnten drei Bärenarten zugeordnet werden, eine stammte von einem Hund.

Anmerkung

In der Rechtsesotherik wird der Yeti oft als „Schneemensch“ bezeichnet, der als nordischer Archaetypus der „Urahn der Germanischen Völker“ sein soll. Wir (die Redaktion dieser Seite)  distanzieren uns ausdrücklich von diesem Unsinn!

Literatur

Reinhold Messner: Yeti – Legende und Wirklichkeit




Yowie

Beim Yowie handelt es sich um ein Kryptid aus dem Osten Australiens. Er wird als großer, zweibeiniger Menschenaffe bzw. Wildmensch beschrieben.

 

Seit unbestimmten Zeiten ist der Yowie Bestandteil der Folklore der Aborigines, aber es gibt auch Berichte durch Sichtungen westlich geprägter Australier und Besucher.

 

Angebliche Sichtungen

Die erste so bezeichnete Yowie-Sichtung fand vermutlich 1881 statt, aber es gibt auch ältere Berichte über Kontakt mit großen, affenartigen Wesen in Australien. Ein Sichtungsschwerpunkt sind die Blue Mountains in New South Wales, gewissermaßen das weitere Umland von Sydney. Hier gibt es mehr als 3200 Sichtungsberichte. Ein physischer Nachweis ist jedoch noch nicht gelungen.

Hintergründe

Freilebende Primaten mit Ausnahme des modernen Menschen gibt es in Australien aktuell nicht. Auch fossil sind sie nicht belegt. In der Fauna Australiens sind auch keine anderen Großtiere, die für  einen Wildmenschen gehalten werden könnten.

 

In diesem Zusammenhang wird eine Aborigine-Legende gerne zitiert. Sie berichtet von der „Landnahme“ der Vorfahren der heutigen Aborigine-Völker. Dabei stießen sie auf Gruppen aggressiver Affenmenschen, die sie bezwangen. Einige Kryptozoologen vermuten, dass Reste dieser Gruppen als Yowie unterwegs sind.

 

Trivia: Tim, the Yowie Man

Eine kleine Berühmtheit in Australien ist „Tim, the Yowie Man“. Als Timothy Bull geboren, hat er seinen Namen entsprechend ändern lassen. Seit einer eigenen Sichtung 1994 befasst er sich mit dem Yowie, Yowie-Sichtungen und paranormalen Phänomenen in Australien und international. Er schreibt regelmäßig Kolumnen für unterschiedliche Tageszeitungen.
2004 hatte er einen Rechtsstreit mit dem Süßwarenhersteller Cadbury, den er jedoch gewann, weil er den Unterschied zwischen einem Kryptid und einer Schokoladenmarke deutlich herausstellen konnte.