Presseschau Kalenderwoche 48/2019

Wie immer montags gibt es auch heute die Presseschau mit Meldungen aus Zoologie, Kryptozoologie und Tierischem zum Schmunzeln aus der vergangenen Woche. Bemerkenswert ist die Häufung von Wal-Meldungen aus London, und natürlich ein Wilder Mann in einer Kirche.

Viel Spaß beim Lesen.


Der Narwal im Kampf gegen den Terror

Zwei Narwalschädel, einer trägt den linken, einer trägt zwei Stoßzähne
Vergleich zweier Narwalschädel, der obere ist normal ausgebildet, der untere trägt zwei Stoßzähne. Solche Schädel sind sehr selten. Fotos: Tobias Möser, aufgenommen im Museum of Natural History, London

Was wie eine politische Schlagzeile klingt, ist nicht so strategisch, wie es sich anhört. Bei dem Terroranschlag am vergangenen Freitag (29.11.) auf der London Bridge kamen zwei Opfer ums Leben. Mögliche weitere Opfer konnten unter anderem durch den Einsatz eines Narwal-Zahnes verhindert werden:

Der Terroranschlag begann um ca. 14 Uhr in der Fishmonger’s Hall, der alten Gildenhalle der Fischhändler. Ein polnischer Koch namens Luckasz, der dort arbeitet, griff zu einem dort ausgestellten Narwalzahn und stach damit wie mit einer Lanze auf den Angreifer an. Zusammen mit zwei weiteren couragierten Zivilisten mit Feuerlöschern trieb er den Terroristen in die Enge. In der Folge konnten die Sicherheitskräfte eingreifen und den Terroristen erschießen.

Quelle: unter anderem n-tv mit Kurzvideo


Zahlreiche Mumien von Löwenbabys in Ägypten entdeckt

Stele fon Kadesch
Löwendarstellung auf der Stele von Kadesch, 19. Dynastie

Archäologen haben in Sakkara in Ägypten eine Grabkammer mit mehr als 75 Katzenstatuen und mindestens 17 mumifizierten Tieren ausgegraben. Unter den Tiermumien fanden sie Krokodile, Schlangen, Käfer und das erste Mal auch Löwenbabys. Die fünf Jungtiere stammten aus dem siebten Jahrhundert vor Christus. Zwei der Mumien wurden bereits untersucht, die Löwen starben im Alter von etwa acht Monaten.

Tiermumien sind über sehr lange Zeit aus der altägyptischen Kultur überliefert, Alleine in Sakkara wurden hunderttausende Tiere geopfert, teilweise mumifiziert und in Gräbern bestattet. Hierbei kam es auch zu bemerkenswerten Artefakten.

Löwen und andere Raubkatzen waren zwar in der altägyptischen Kultur stets präsent, aber in der Realität sicher weit an den Rand der Zivilisation abgedrängt. Die „Gewinnung“ von Löwenbabys als Opfer muss also entweder zufällig oder mit großem Aufwand geschehen sein.


Schildkröte vor Bus
Früher oder später musste so ein Unfall passieren

Unfall mit Elefantenschildkröte: Hohe Geldstrafe

Der Fahrer eines Touristenbusses hat auf den Galapagos-Inseln eine dort endemische Elefantenschildkröte angefahren. Laut Behördenangaben hat der Fahrer ein Weibchen der Art Chelonoidis porteri* mit seinem Bus berührt, den Panzer beschädigt und anschließend Fahrerflucht begangen.

Der Fahrer muss jetzt eine Geldstrafe von 11.347,20 US$ (etwa 10.300 €) bezahlen.


„Wilder Mann“ in Kirche entdeckt

Der „Wilde Mann“ ist in Mitteleuropa ein wiederkehrendes Motiv mit unterschiedlichen Bedeutungen. Im Gegensatz zu angrenzenden Ländern, tritt er in Deutschland relativ selten auf. Um so erstaunlicher war die Entdeckung, die Arbeiter in der Kirche in Kenz im Landkreis Vorpommern-Rügen entdeckten: Drei Motive zeigen einen „wilden Mann“ mit Fell am Körper in einem Wald.

Die Interpretation des Motives ist vielfältig. Es wird als Personifizierung der Natur betrachtet, teilweise auch als außerhalb der Gesellschaft stehender Waldläufer aber gelegentlich auch als mitteleuropäischer Relikthominide.


Taubenvergrämung: Kölner Dombauhütte setzt auf Greifvögel

Taubekot auf dem Dach des Kölner Domes
Taubenkot ist für alte Gebäude häufig ein Problem

Seit etwa einem halben Jahr kooperiert die Kölner Dombauhütte mit einem Falkner, der die Tauben am Kölner Dom vergrämen soll. „Es läuft wirklich super“, berichtet am Mittwoch (27.11.2019) Jörg Sperner dem WDR. Sperner betreut als Architekt und Assistent des Dombaumeisters den Falkner.

Bisher waren die Greifvögel immer von der ersten Plattform der Türme, in gut 100 m Höhe gestartet. „Wir möchten den Fokus im kommenden Jahr mehr auf den unteren Bereich des Doms legen“, sagt Sperner. Dort lassen sich die Tauben nieder. So wird Falkner Marco Wahl seinen Lannerfalken und drei Wüstenbussarde direkt von der Domplatte einsetzen. Das gibt dann auch für die Passanten etwas zu beobachten.

Aus demselben Grund wurde vor einigen Jahren gezielt ein Pärchen Wanderfalken am Dom angesiedelt. Doch gegen die Taubenmassen die den Dom und die nahe gelegenen Gebäude besiedeln, können die heimischen Greife durchaus Hilfe gebrauchen.

Mehr dazu beim WDR


Haftstrafe für Hundetöter

Bereits im Herbst 2018 hatte der Fall die Öffentlichkeit alarmiert: In Mülheim an der Ruhr hatte ein zunächst Unbekannter eine Hündin von der Schlossbrücke in die Ruhr geworfen. Zeugen hatten beobachtet, wie der Hund in den Fluss fiel und konnten das Tier danach nur noch tot bergen. Die Hündin starb an einem Leberriss.

Hinweise aus der Bevölkerung führten schließlich zu dem 58-Jährigen. Er gab vor Gericht an, volltrunken gewesen zu sein und den krebskranken Hund erlösen zu wollen. Untersuchungen zeigten aber, dass der Hund gar nicht so krank war.

Der Täter wurde zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt, da er bereits zahlreiche Vorstrafen hat.

Quelle: WDR


Schon wieder ein Wal an der Themse gestrandet

Unterhalb der Battersea Bridge, mitten in London ist am Freitag, dem 29. November, ein etwa 2,5 m langer, toter Zwergwal angespült worden. Bisher ist unbekannt, wie der Wal durch die halbe britische Hauptstadt geschwommen ist und wie er starb.

Bei dem Wal handelt es sich um den dritten Wal, der innerhalb von zwei Monaten am Unterlauf der Themse angespült wurde und der 27. Zwergwal, der dieses Jahr im Vereinigten Königreich gestrandet ist.

Rob Deaville von der Zoological Society of London (ZSL) leitet die Untersuchung, um den Tod des Tieres herauszufinden. Nach seiner Aussage ist es aber zu früh, um zu spekulieren.

Auf google Maps hat ein geschmackloser Witzbold an der Fundstelle eine „Whale Watching“-Station eingetragen:

Walkadaver in der Fundsituation
Der Walkadaver in der Fundsituation bei Ebbe. Foto: Guardian, Gareth Mottram

Quelle: The Guardian; Foto: Gareth Mottram


Feld-Ornithologisches

Am Forggensee im Oberallgäu ist eine Sichelente unbekannter Herkunft aufgetaucht. Das Tier trägt keine Ringe und die Flügel- und Federn sind einwandfrei. Es könnte sich also um einen Wildvogel handeln.

Ansonsten gibt es, wie letzte Woche, nur „ist noch da“-Meldungen. Sie betreffen den Gleitaar in Bröckel, den Gerfalken in Espenhain, die Ringschnabelente im NSG Meißendorfer Teiche, Prachteiderenten und die Pazifiktrauerente sind immernoch im offshore-Bereich der Ostsee.


Zu guter Letzt ein rosa Elefant:


* Warum wir wissenschaftliche Namen nicht kursiv schreiben:

Wir wissen natürlich, dass man wissenschaftliche Namen in Texten kursiv schreibt. Wir würden das auch hier gerne machen, leider hat unser Template genau in dieser Funktion einen Bug (technischen Fehler). Dieser Fehler sorgt dafür, dass eine kursive Formatierung immer gleichzeitig fett hervorgehoben wird. Außerdem wird im Fließtext, jedoch nicht in Kurzzusammenfassungen und Suchmaschinentexten ein weiteres Leerzeichen vor und hinter dem Text angezeigt.
Daher haben wir uns entschieden, wissenschaftliche Namen nicht kursiv zu schreiben, bis wir eine Lösung für das Problem gefunden haben.

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