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Dinosaurier

Dinosaurier (von gr. deinos = gewaltig, schrecklich und sauros = Reptil), eine Gruppe von Landwirbeltieren, die zwischen Trias (vor 235 Millionen Jahren) und der Kreide-Paläogen-Grenze (vor etwa 66 Millionen Jahren) die Landökosysteme dominierte.

Drei Dinosaurier am Strand mit Strandgut
Lebendrekonstruktion von Kamuysaurus japonicus.(Kobayashi et al., siehe unten), Creative Commons 4.0

Dinosaurier werden klassisch als Gruppe der Reptilien bezeichnet, die sich stark von heutigen Reptilien unterscheiden. Mit diesen waren sie auch nicht sehr eng verwandt. Die heutigen Vögel entstammen aus einer Linie der Dinosaurier.
Zur selben Zeit wie die Dinosaurier lebten große Meeresreptilien und fliegende Reptilien, die jedoch nicht zu den Dinosauriern zählten.

Obwohl sie seit 66 Millionen Jahren ausgestorben sind, werden sie regelmäßig zur Erklärung von Kryptiden herangezogen.


Dinosaurier gelten mit als die spektakulärsten Tiere der Naturgeschichte. Sie entstanden vor etwa 245 Millionen Jahren aus leicht gebauten Reptilien. Eine der Schlüssel-Innovationen der Dinosaurier sind Hüftgelenke, die ihre Extremitäten unter den Körper verlagerten und nicht, wie bei anderen Reptilien an die Körperseite. Dies ermöglichte ihnen ein stabileres Tragsystem, größere Laufgeschwindigkeiten und höhere Körpergewichte. Auch der arterielle und venöse Blutkreislauf waren bei Dinosauriern (und verwandten Gruppen, u.a. den Krokodilen) besser getrennt, als bei „normalen“ Reptilien. So konnte mehr Sauerstoff von der Lunge zu den Organen transportiert werden. Später kamen weitere Innovationen wie Protofedern und Federn hinzu.

Durch diese Innovationen beherrschten die Dinosaurier alle Landökosysteme während des Erdmittelalters. Zu den kleinsten Dinosaurieren gehörten Gattungen wie Compsognathus und Microraptor, die größten Arten gehörten zu den langhälsigen Sauropoden. Diese gehörten auch zu den wenigen Landtiergruppen, die die „10-t-Grenze“ für Landwirbeltiere überschreiten.

Gefiederter Deinonychus
Komplett gefiederte Rekonstruktion eines Deinonychus von Emily Willowby (CC 4.0)

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein galten Dinosaurier als typische Reptilien, wechselwarm, etwas schwerfällig, schuppig, grau oder braun, träge und wenig intelligent. Seit den 1970ern wandelt sich dieses Bild. Eine neue Generation von Wissenschaftlern, allen voran Bob Bakker wandelten dieses alte Bild. Ihre Studien belegen hohe Stoffwechselraten, schnelles Wachstum und hohe Aktivität. Funde von befiederten Dinosauriern und von fossilen Farbzellen in den Federn lassen heute in den Rekonstruktionen agilen, farbig befiederte Tieren auferstehen, die miteinaner interagieren und ein Sozialverhalten zeigen.

Die Vögel sind die einzigen Überlebenden der Dinosaurier. Sie entstammen einer erfolgreichen Gruppe kleiner Raub-Dinosaurier, die weit verbreitet in unterschiedlichen Lebensräumen lebte und sich räuberisch von Insekten und anderen Kleintieren ernährte. Auch nichtfliegende Tiere aus dem Dinosaurier-Vogel-Übergangsfeld waren befiedert. Einige von ihnen hatten die Fähigkeit zum Gleitflug, möglicherweise wurde diese mehrfach unabhängig voneinander entwickelt. Ob die Fähigkeit zum „Propellerflug“, also zu einem Flug, der nicht nur von Flügeln getragen, sondern auch angetrieben wird, aus dem Gleitflug entsprang oder unabhängig entwickelt wurde, ist unklar.

Zu den ersten Tieren, die zu einem (vermutlich begrenzten) Propellerflug fähig waren, gehörten die als Urvogel bezeichneten Tiere der Gattung Archaeopteryx. Alle Funde dieser Tiere stammen aus dem Solnhofener Plattenkalk (Solnhofen, Eichstätt, Langenaltheim, Jachenhausen und Schamhaupten an der Altmühl, Deutschland), nur ein Einzelzahn wurde auch in Portugal entdeckt.


Die Dinosaurier starben mit dem Kreide-Paläogen-Ereignis aus. Das war vor 65,5 Millionen Jahren und wurde durch den Einschlag eines Meteoriten im heutigen Mittelamerika ausgelöst. Den Ablauf des Einschlagsgeschehens und die Folgen haben wir etwas literarisch, jedoch nach aktuellem Wissensstand im Artikel „An einem Tag wie heute“ dargestellt.

Einige Kryptozoologen spekulieren über das Überleben von versteckten Dinosaurier-Populationen bis heute. Ein bekanntes Kryptid, das einem Dinosaurier ähneln soll, ist Mokele M’bembe. Auch auf einigen Neuguinea vorgelagerten Inseln wird von überlebenden Dinosauriern berichtet.

Fachlich korrekt ist sicher, die heute lebenden Vögel als überlebenden Zweig der Dinosaurier zu bezeichnen.


Museen in Deutschland

Dinosaurier und ihre Skelette sind die Stars zahlreicher Naturkundemuseen. Kaum ein größeres Museum kommt ohne sie aus. In Deutschland findet man größere Dinosaurier-Ausstellungen unter anderem in folgenden Museen:

  • Brachiosaurus brancai
    Der Brachiosaurus aus dem Berliner Naturkundemuseum

    Berlin, Museum für Naturkunde: Eine der vier großen Dinosaurier-Ausstellungen in Deutschland, auch wenn sie beim letzten Umbau deutlich verkleinert wurde. Spektakuläre Tiere wie das größte ständig montierte Dinosaurierskelett der Welt, der Brachiosaurus dominieren die Ausstellung. Kleinere, nicht weniger interessante Ausstellungsstücke wie der Berliner Archaeopteryx und der Schädel eines Stygimoloch runden die Ausstellung ab.
    Sehr interessant, vor allem für Kinder sind die „Juraskope“, virtuelle Ferngläser, die beim Durchsehen dem betrachteten Skelett Muskeln und Haut wachsen lassen und es in einer Landschaft bewegt.

  • Frankfurt, Senckenbergmuseum: Die Dinosaurier-Ausstellung hier ist flächenmäßig ähnlich groß wie in Berlin. Auch sie bietet mehrere spektakuläre Skelette und Abgüsse, deren Star sicher der Tyrannosaurus rex ist. Aber auch andere bekannte Skelette von einem Diplodocus, Triceratops oder Quetzalcoatlus sind zu sehen. Einzig ist die Möglichkeit, einen echten Dinosaurierknochen aus dem Bein eines Sauropoden zu berühren und zu „begreifen“.
    Neben den Dinosauriern bieten die Frankfurter noch zahlreiche weitere, interessante Dauerausstellungen, von der Evolution der Wale über die Rüsseltiere bis zur Grube Messel.
  • Stuttgart, Museum am Löwentor: Die Ausstellung des Museums am Löwentor nimmt den Besucher mit durch die gesamte Geschichte des vielzelligen Lebens, beginnend im Ediacarum über den Landgang der Fische. Spektakuläre Großvitrinen und offene Landschaftsnachbildungen zeigen das Leben in vergangenen Zeitaltern.
    Anders als in Frankfurt, Berlin und Münster stehen nicht die Skelette im Focus, sondern Modelle, die Tiere und Tiergruppen in ihre Lebensräume stellen. Dies macht die Dinosaurier (und andere Tiere) vorstellbarer, man sieht förmlich, wie sie in ihrem Lebensraum funktionieren und mit anderen Tieren interagieren. Sehr schön an dieser Ausstellung ist auch die systematische Führung durch die einzelnen Zeitalter.
  • Münster, das LWL-Museum für Naturkunde hat die vierte große Dinosaurier-Ausstellung in Deutschland. Hier setzen die Ausstellungsmacher sowohl auf Modelle wie auf Skelette, auch hier ist ein Abguss eines Tyrannosaurus-Skelettes einer der Höhepunkte. Doch bereits vorher wird man vor dem Eingang des Hauses von einer Triceratops-Herde begrüßt. Bemerkenswert sind zahlreiche spannende Details, beispielsweise das Rätsel einer fossilen Echse oder der Fasan auf dem Arm des Tyrannosaurus.
  • Zu den kleineren Museen mit nennenswerten Dinosaurier-Ausstellungen gehört unter anderem die Museen in Braunschweig, Kassel, die paläontologische Staatssammlung in München, die paläontologische Sammung der Uni Tübingen, das Naturkundemuseum in Karlsruhe.
  • Spezialausstellungen mit regionalen Themen, aber teilweise mit Weltrang sind unter anderem das Jura-Museum in Eichstätt, das Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen, das Hauff-Museum in Holzmaden.
  • Nahezu vergeblich nach Dinosauriern sucht man in Bonn, Köln, Düsseldorf, Wuppertal und im Ruhrgebiet.

Science-Center, die Ausstellungen, aber keine Forschung haben

  • Dinosaurier-Park Münchehagen am Steinhuder Meer.
  • Dinosaurierpark Teufelsschlucht in Ernzen (Südeifel).
  • Saurierpark Bauzen (bei Dresden).
  • Dinosaurier-Park Altmühltal.

Internationale Museen mit großen Dinosaurierausstellungen:

  • Museum of Natural History in London. Hier nahm die Erforschung der Dinosaurier ihren Anfang.
  • Das naturwissenschaftliche Museum in Brüssel mit einer Iguanodon-Herde und anderer Dinosaurier.
  • Das Museum für Naturgeschichte in Paris
  • Naturalis in Leiden (NL)
  • Das naturhistorische Museum in Wien bietet zahlreiche Dinosaurier in hochherrschaftlichem Ambiente.
  • Das American Museum of Natural History in New York
  • Das Field Museum of Natural History in Chicago
  • Das Museum of the Rockies in Bozeman
  • Das Oeabody Museum of Natural History der Yale University
  • Das National Museum of Natural History der Smithonian Institution in Washington DC
  • Das Royal Ontario Museum in Toronto
  • Das Canadian Museum of Nature in Ottawa

Dinosaurier in der Pop-Kultur

Groß und spektakulär anders waren Dinosaurier in der Popkultur seit ihrer erster großen Ausstellung im Crystal Palace Park in London, 1853 vertreten.

Neben frühen Fantasy-Geschichten wie Arthur Conan Doyles „Die vergessene Welt“ und Trickserien wie „Familie Feuerstein“, brachte vor allem der tschechische Film „Reise in die Urzeit“, in dem Kinder auf einem Fluss immer tiefer in die Vergangenheit reisen, Dinosaurier in das Bewusstsein der breiten Bevölkerung.

Michael Crightons „Jurassic Park“ und die spektakulären Verfilmungen der „Jurassic Park“- und „Jurassic-World“-Reihe brachten hyperrealistische, aber oft übertriebene und nicht überal den wissenschaftlichen Erkenntnissen folgende Dinosaurier in die Köpfe der Kinobesucher. Bald wurden die Rufe nach realistischeren Dokumentationen mit der selben CGI-Technik laut. Die BBC erfüllte sie mit der ersten Serie „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“. Dieser Serie folgten Specials über einen individuellen Allosaurus „Die Geschichte von Big Al“ und weitere Auskopplungen.

Leider geht im Moment der Trend von aufwändiger Modellbau- und CGI-Produktion wieder zu billiger herzustellenden Formaten, deren Animation deutlich zu wünschen übrig lässt.




DNA

DNA, kurz für Desoxyribunukleinsäure, ist der Träger der Erbinformationen von Tieren, Pflanzen, Pilzen, Einzellern, Bakterien, Archaeen und einigen Viren.

Im Normalfall besteht DNA aus zwei Strängen, die sich umeinander winden und so eine Helix-Spirale ergeben.
Der einzelne Strang besteht aus einem immer gleichen Rückgrad aus dem Zucker Desoxyribose und einem Phosphatrest. An jedes der Desoxyribose-Moleküle ist eine von vier organischen Basen gebunden: Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin. Jeweils zwei dieser Basen, Adenin & Thymin bzw. Cytosin & Guanin können aneinander binden. Liegt ein Einzelstrang vor, kann aus der Abfolge der Basen also auf die Abfolge der Basen im Gegenstrang geschlossen werden.

Die Gene, die auf der DNA durch die Abfolge der Basen codiert sind, enthalten Information für die Herstellung spezifischer Ribonukleinsäuren (RNA). Sie dienen unter anderem als Messenger (mRNA), der die Information der DNA „abliest“, sie in der eigenen Struktur speichert und als Information für den Bau von Proteinen an die Ribosomen weiter gibt. Jeweils drei der Basen einer mRNA codieren für eine Aminosäure, aus denen dann ein Protein gefertigt wird.

Da Proteine in bestimmten Fällen in nahezu allen Organismen gleich vorkommen, oder aber hochvariabel sein können, kann unter anderem der Verwandtheitsgrad zweier Organismen mittels der Abfolge der Basen in der DNA bestimmt werden.




DOI

DOIs haben den Zweck, mit ihnen dauerhaft auf digitale Objekte verweisen zu können. Mittlerweile erhalten wissenschaftliche Publikationen bzw. deren digitale Kopien einen DOI, über den sie häufig verlinkt werden.

Dies wird erreicht, indem jedem Objekt ein einzigartiger und dauerhaft gültiger Name bzw. Nummer zugewiesen wird. Anhand dessen kann aus einer zentralen Datenbank die URL abgefragt werden, unter der das Objekt derzeit zugänglich ist.

In dieser Datenbank können auch mehrere URLs hinterlegt werden; es werden dann beim Zugriff auf das Objekt zunächst alle URLs aufgelistet.

 

Mit dem DOI will man das Problem der „toten Links“ lösen, die entstehen, wenn eine Seite ihre Position ändert, z.B. die Struktur eines Archivs einer wissenschaftlichen Zeitschrift umgebaut wird. Dies funktioniert aber nur, wenn jede Änderung der zentralen Datenbank mitgeteilt wird.




Dossier Megalodon

Auf dieser Website wurden folgende Beiträge zu „Megalodon“ veröffentlicht:




Dossier: Großkatzen in Spanien

Spanien ist ein Land, in dem in den letzten Jahren öfters Großkatzen beobachtet wurden. Mal konnten sie zweifelsfrei nachgewiesen werden, mal blieben sie geisterhaft.

2009: Die Löwin auf der Autobahn

Am 12. September 2009 musste die Autobahn A-92 bei Loja (Provinz Granada) abgesperrt werden, um eine entlaufende Löwin zu betäuben. Dieser Aktion waren allerdings Notfallanrufe aus der Nachbarschaft vorausgegangen. Die Löwin konnte betäubt werden und daraufhin brachte man sie in ein Veterinärzentrum nach Almuñecar (im Süden der Provinz Granada). Der Guardia Civil lag eine Anzeige einer entlaufenden Löwin von Eigentümern eines Zirkusses aus der Provinz Cadiz vor. Es soll in seinen Charakteristiken jenen der betäubten Löwin entsprochen haben (Las Provincias vom 12. September 2009)

2013: Die „Geisterkatze“ von Castala

Tatsächlich ist der „Geisterpanther“ von Granada nicht der erste ABC-Fall aus Andalusien. 2013  war in einem Park in Granadas Nachbarprovinz Almería (Castala in der Gemeinde von Berja) schon einmal ein mysteriöser Panther gesichtet worden – doch die Suche der Behörden war nicht erfolgreich. Neben den Zeugenberichten gibt es lediglich einen Videoausschnitt aus Distanz, das einen schwarzen Fleck an einer Hangterasse zeigt und ein Jahr nach den Sichtungen aufgenommen wurde – das ist alles (ABC Sevilla vom 14. Juli 2014). Aber im Gedächtnis der Journalisten ist die mysteriöse Katze wohl immer noch. „Erscheint der Panther von Castala wieder erneut?“, so murmelt es ein Zeitungskommentar im Zusammenhang mitden jüngsten Panthermeldungen aus Granada (Ideal vom 13. September 2020)

 

2016: Panther in Werkhalle

Doch nicht immer folgen Andalusiens Grosskatzenmeldungen dem klassischen ABC-Schema. 2016 konnten die Sepronas in Arboleas (Almería) tatsächlich bei einer Überprüfung eines Werkhallenkomplexes einen schwarzen Panther dignfest machen. Der Eigentümer des Grundstücks war wegen dubiosen Bescheinigungen für den Besitz exotischer Vogelarten ins Visier der Behörden geraten. So wurde die Suche auf andere Hangars des Eigentümers ausgedehnt. Und dabei stiessen die Behörden auf weitere exotische Arten  – und den Panther. Er war in einem separaten, abgeschlossenen Raum untergebracht. Wie die anderen Tiere auch – ohne Genehmigung. Der Eigentümer wurde daraufhin wegen Schmuggel bedrohter Spezies verhaftet. Der Panther kam in einen Zoo nach Alicante (ABC Sevilla vom 3. November 2016).

 

2020: Der Panther von Granada

Mitte September wurden aus dem Süden Spaniens Beobachtungen gemeldet, die einen schwarzen Panther betragen. Er sollte sich in den Trockenwäldern um den Ort Ventas de Huelma bei Granada aufgehalten haben.
Bald folgten die ersten unscharfen Fotos. Am 14.9. kamen schärfere Fotos in die Medien, die bereits an der Größe des Tieres zweifeln ließen. Am 18.9. veröffentlichte ein lokaler Naturfotograf Bilder einer großen, schwarzen — Hauskatze.